Medieninformation

Kommentar von Prof. Dr. Stefan Kooths zur Beibehaltung der Niedrigzinspolitik durch die EZB

23.10.2015

Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Niedrigzinspolitik fortzusetzen, kommentiert der Leiter des Prognosezentrums des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW), Prof. Dr. Stefan Kooths, die Situation: Konjunkturelle Wirkung verlängerter Niedrigzinspolitik gering

Die konjunkturelle Wirkung einer immer weiter verlängerten Niedrigzinspolitik ist gering, wenn nicht gar kontraproduktiv. Jeder am Markt weiß, dass die Zinsen von den Zentralbanken derzeit massiv herabgedrückt werden. Derartige politische Kapitalmarktzinsen mit ungewissem Ausgang sind kaum investitionsförderlich, sondern verunsichern die Akteure an den Märkten. Über die tatsächliche Kapitalknappheit kann sich keiner mehr ein klares Bild verschaffen. Gleichzeitig werden die Risiken der Nullzinspolitik von Monat zu Monat größer. Magerrenditen treiben Anleger in immer riskantere Anlagen, es drohen systematische Fehlinvestitionen. Zur Bewältigung der weiterhin schwelenden Euro-Krise trägt die Politik des ultrabilligen Geldes wenig bei – die Probleme werden nur vertagt, nicht gelöst.

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