Wirtschaftspolitischer Beitrag

Deutschlands Stellung im internationalen Dienstleistungshandel: Statistische Erfassungsschwächen und unsichere Aussichten

Autor

  • Rolf J. Langhammer
Erscheinungsdatum

Der Autor beleuchtet die Gesamtbedeutung des erfassten deutschen Dienstleistungshandels, indem er insbesondere auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Weltregionen im Waren- und Dienstleistungshandel für Deutschland eingeht. Er zeigt auf, dass der deutsche Dienstleistungshandel etwa ein Fünftel des gesamten Handels ausmacht und sich seit 2009 nicht wesentlich verändert hat. Trotz dieser vermeintlich geringen Dynamik gehört Deutschland zu den weltweit führenden Händlern von Dienstleistungen, wobei die Dunkelziffer hoch ist. Auf den Reiseverkehr entfällt ein Viertel der gesamten deutschen Dienstleistungsimporte, worauf das deutsche Defizit im Dienstleistungshandel zu einem großen Teil zurückzuführen ist. Darüber hinaus wird analysiert, dass der EU-Warenmarkt sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen eine viel größere Bedeutung hat als der EU-Dienstleistungsmarkt. Der Autor zeigt auch, dass es starke Handelsverflechtungen zwischen Deutschland und den USA im Dienstleistungsbereich gibt, insbesondere beim Import von Dienstleistungen aus den USA mit dem Schwerpunkt auf Finanz- und IT-Dienstleistungen. Im Gegensatz dazu hat sich Asien noch nicht zu einem ähnlich wichtigen Export- und Importmarkt für Dienstleistungen entwickelt wie für Waren. Der Autor schlägt vor, die deutsche Wettbewerbsfähigkeit im Dienstleistungshandel durch die Vollendung des EU-Binnenmarktes für Dienstleistungen und Anreize für ausländische Investoren zu stärken.

Experte IfW Kiel

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Schlagworte

  • Dienstleistungshandel
  • Dienstleistungshandelsstatistik
  • sektorale und regionale Strukturen