Nord-Ostsee-Kanal

nordwärts-Dashboard

Wirtschaftliche Kennziffern zu Schleswig-Holstein und den nordischen Staaten.

Über das nordwärts-Dashboard

Das nordwärts-Dashboard umfasst eine ständig aktualisierte Sammlung wirtschaftlicher Kennziffern zu Schleswig-Holstein und zu den nordischen Staaten Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Für Schleswig-Holstein wird ein breites Spektrum an Daten präsentiert, das die unterschiedlichen Facetten der schleswig-holsteinischen Wirtschaft abbildet. Dazu gehören die Entwicklung von Wirtschaftskraft und Wachstum, die sektorale Strukturentwicklung, Veränderungen im Unternehmensbestand, die Lage auf dem Arbeitsmarkt, der Verlauf des Tourismusjahrs sowie die Exportsituation. Für die nordischen Staaten wird die aktuelle Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreisen und Arbeitslosigkeit dargestellt.


Schleswig-Holstein

Am aktuellen Rand des Jahres 2023 betrug das Pro-Kopf-Einkommen Schleswig-Holsteins, gemessen als Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, 82 Prozent des deutschen Durchschnitts. Während der Corona-Jahre 2020 bis 2022 war dieser Indikator für die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins auf Werte zwischen 83 und 84 Prozent gestiegen, nachdem er zuvor schon auf 82 Prozent geklettert war. Hier profitierte das Land von seiner relativen Industriearmut: Der industrielle Abschwung vor Corona traf das Land nicht so stark wie die industriereicheren Bundesländer. Im Corona-Jahr 2020 war Schleswig-Holstein von der industriellen Schrumpfung ebenfalls weniger betroffen. Der nachfolgende industrielle Aufschwung ließ das Pendel dann wieder in die andere Richtung ausschlagen — von der „Normalisierung“ profitierte Schleswig-Holstein nur wenig.

Die Entwicklung des relativen Pro-Kopf-Einkommens war bereits im Verlauf der neunziger Jahre rückläufig, der Zuwachs der Wirtschaftsleistung blieb hinter der Entwicklung in Deutschland insgesamt zurück. Dieser Prozess war nicht von größeren Sprüngen geprägt, sondern er war das Ergebnis eines allmählichen Erosionsprozesses — ein Aufholprozess kam nicht zustande, es blieb bei einer Bodenbildung. Während das schleswig-holsteinische Pro-Kopf-Einkommen in den frühen neunziger Jahren noch nahe am deutschen Durchschnitt lag, entwickelte es sich in der Folgezeit nur noch unterdurchschnittlich und sank auf eine Talsohle um 80 Prozent. Auch im Vergleich zu den anderen Alt-Bundesländern fiel Schleswig-Holstein zurück.

Im Bundesländervergleich des Jahres 2023 nimmt Schleswig-Holstein mit einem relativen Pro-Kopf-Einkommen von 82 Prozent einen hinteren Platz ein. Es liegt wie schon zu Beginn der 90er Jahre vor den fünf ostdeutschen Flächenländern, die aber im Verlauf der Jahrzehnte näher herangerückt sind. Dafür haben die westdeutschen Flächenländer Saarland und Rheinland-Pfalz nur einen geringen Vorsprung vor Schleswig-Holstein.

Am aktuellen Rand des Jahres 2023 ist das reale schleswig-holsteinische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozentpunkte stärker als das deutsche BIP geschrumpft — einem Minus von 1,1 Prozent stand ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber. Bei der Betrachtung des Durchschnittswachstums in den letzten 5 Jahren zeigt sich jedoch kaum ein Wachstumsunterschied zwischen Schleswig-Holstein und Deutschland insgesamt. Das vergleichsweise gute Abschneiden in den Jahren 2019 und 2020 ist auf den sektoralen Mix der schleswig-holsteinischen Wirtschaft zurückzuführen: Aufgrund des relativ geringen Gewichts des Verarbeitenden Gewerbes in Schleswig-Holstein traf der industrielle Abschwung im Jahr 2019 das Land weniger stark. Auch die nachfolgende Corona-Krise, die sich zu Beginn besonders im Verarbeitenden Gewerbe bemerkbar machte, richtete einen geringeren wirtschaftlichen Schaden in Schleswig-Holstein an. Zudem erwies sich der schleswig-holsteinische Industriemix mit einem größeren Anteil „medizinischer Erzeugnisse“ im ersten Corona-Jahr als vorteilhaft, ebenso war das Wachstum des relativ stark vertretenen Baugewerbes von Vorteil. Von der nachfolgenden industriellen Erholung in Deutschland konnte das Land hingegen entsprechend weniger profitieren.

Im Bundesländervergleich des Jahres 2023 liegt Schleswig-Holstein beim realen Wirtschaftswachstum mit einem Wert von minus 1,1 Prozent auf einem hinteren Platz. Insbesondere bei kleineren Bundesländern mit einem schmalen wirtschaftlichen Fundament haben Sondereffekte und Branchenkonjunkturen einen größeren Effekt als etwa in den wirtschaftsstarken Bundesländern im Süden — die Ausschläge nach oben und unten sind relativ groß. Dies zeigt sich aktuell am Beispiel Rheinland-Pfalz, das in den Vorjahren noch zweistellig wuchs und zuletzt mit minus 4,9 Prozent erheblich schrumpfte. Hier macht sich insbesondere eine pandemiebedingte Sonderkonjunktur in der Pharmazeutischen Industrie bemerkbar.

 

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsstruktur weicht deutlich vom deutschen Muster ab, wie die sektoralen Anteile an der Bruttowertschöpfung zeigen. Das Land hat am aktuellen Rand des Jahres 2023 einen größeren Agrarsektor (plus 0,6 Punkte), ein größeres Baugewerbe (plus 1,0 Punkte) sowie einen größeren Dienstleistungssektor (plus 2,6 Punkte). Wesentlich geringer ist hingegen der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes in Schleswig-Holstein (minus 6,2 Punkte). Bei den dominanten Dienstleistungen gibt es zudem deutliche Unterschiede: Der mit einem Anteil von 26,5 Prozent größte Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte“ ist um 4,5 Punkte größere als im deutschen Durchschnitt, der nächstgrößere und besonders produktive Dienstleistungsbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- u. Wohnungswesen“ ist hingegen um 2,5 Punkte kleiner, während der drittgrößte und insgesamt weniger produktive Dienstleistungsbereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ wiederum um 0,5 Punkte größer ist und dabei vom „Handel“ dominiert wird.

Nach den vorläufigen Berechnungen hat der gewichtige Dienstleistungssektor Schleswig-Holsteins anders als im deutschen Durchschnitt maßgeblich zur Schrumpfung der realen Bruttowertschöpfung in Höhe von 0,9 Prozent im Land beigetragen. Die Dienstleistungen schrumpften um 0,6 Prozent, wobei dieses Minus auf den nicht weiter aufgeschlüsselten Bereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ zurückzuführen war, dessen Bruttowertschöpfung um 3 Prozent zurückging. Der vergleichsweise deutliche Rückgang um 1,2 Prozent im relativ stark vertretenen Baugewerbe kann ebenfalls die größere Schrumpfung in Schleswig-Holstein miterklären. Der geringe Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe, der fast dem Bundesdurchschnitt entsprach, spielte keine große Rolle, ebenso wenig wie die starke Schrumpfung im Agrarsektor, der nur einen sehr kleinen Anteil an der Bruttowertschöpfung des Landes hat.

 

Die Zahl der Insolvenzverfahren ist in Schleswig-Holstein im Jahr 2023 erstmals nach Corona wieder gestiegen, mit 32 Prozent deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Allerdings wurde das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 noch nicht wieder erreicht. Dies Entwicklung kann aber nicht überraschen: In den Corona-Jahren 2020 und 2021 war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete und zahlungsunfähige Unternehmen teilweise ausgesetzt und wurde erst schrittweise wieder eingeführt. Durch diese Maßnahme und durch „Corona-Hilfen“ sollten im Kern überlebensfähige Unternehmen auch in Schleswig-Holstein vor dem Marktaustritt bewahrt werden — die Schattenseite dieser Maßnahmen zeigte sich in einem geringeren Gläubigerschutz und dem Verbleib gescheiterter „Zombie-Unternehmen“ im Markt. In der Vergangenheit war die Zahl der Insolvenzen in Schleswig-Holstein in Krisenzeiten immer gestiegen, sei es währen der Wirtschaftskrise in den frühen 2000er Jahren oder der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008 bis 2010. In den nachfolgenden Aufschwungjahren war die Zahl der Insolvenzen in Schleswig-Holstein und Deutschland hingegen rückläufig.

Der Gewerbebestand hat sich in Schleswig-Holstein seit den 2000er Jahren durchweg positiv entwickelt. Die Gewerbeanmeldungen waren durchweg höher als die Gewerbeabmeldungen. Dies war selbst in Krisenzeiten der Fall. Allerdings muss bei der Bewertung dieser Entwicklung beachtet werden, dass diese Globalzahlen keine Aussagen zur Qualität der Gewerbeentwicklung erlauben und dass gerade in Krisenzeiten eine „Flucht in die Selbstständigkeit“ zu beobachten ist, die häufig mit einer prekären Einkommen- und Arbeitssituation verbunden ist.

Auch im Jahr 2023 ist die Beschäftigung in Schleswig-Holstein weitergewachsen. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war zwar nur ein sehr flacher Anstieg zu verzeichnen, doch bis September wurde ein Höchststand von 1,065 Millionen Beschäftigten erreicht — im September 2008 gab es erst 838.933 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Land. Der Anstieg um mehr als 27 Prozent im Beobachtungszeitraum von 2008 bis 2023 übertraf sogar den Anstieg in Deutschland insgesamt. Eine leichte Zunahme ist auch bei der Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten am aktuellen Rand zu beobachten, doch im Trend ist hier ein deutlicher Rückgang um etwa 13 Prozent im Beobachtungszeitraum auf etwa 157.000 Beschäftigte zu verzeichnen. Hingegen ist die Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten stark um 4,5 Prozent im Vorjahresvergleich auf mehr als 118.000 Beschäftigte am aktuellen Rand gewachsen — das geht in Richtung einer Verdopplung im Beobachtungszeitraum. Diese gegenläufigen Trends bei den geringfügig Beschäftigten sind auch in Deutschland insgesamt festzustellen. Offensichtlich sieht eine wachsende Zahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine ergänzende Einkommensquelle als wünschenswert an.

Nach der umfassenden Erwerbstätigkeitsrechnung ist die Zahl der Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2023 auf ein Rekordniveau von fast 1,47 Millionen im Jahresdurchschnitt gestiegen. Dies bedeutet einen Anstieg um 14,4 Prozent, was nahe am Bundesdurchschnitt von knapp 15 Prozent liegt. Im Jahr 2023 betrug der Anstieg im Vorjahresvergleich 0,6 Prozent, was wiederum nahe am Bundesdurchschnitt liegt. Ein weniger dynamisches Bild zeigt sich jedoch, wenn die Entwicklung des Arbeitsvolumens in Gestalt der geleisteten Arbeitsstunden betrachtet wird. Das Arbeitsvolumen wuchs im Zeitraum von 2000 bis 2023 zwar ebenfalls, es blieb jedoch mit einem Anstieg um 5,4 Prozent deutlich hinter der Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen zurück — am aktuellen Rand des Jahres 2023 lagt der Anstieg nahe Null — im Vergleich zu Deutschland gibt es hier kaum Unterschiede. Entsprechend dieser auseinanderlaufenden Entwicklung von Erwerbstätigen und geleisteten Arbeitsstunden sind die Arbeitsstunden pro Kopf gesunken. Bei dieser Kennziffer beträgt der Rückgang von 2000 bis 2023 in Schleswig-Holstein 7,8 Prozent, am aktuellen Rand im Vorjahresvergleich steht ein Minus von 0,5 Prozent. Im Beobachtungszeitraum war in Deutschland insgesamt diese Entwicklung mit einem Minus von 8,4 Prozent sogar noch ausgeprägter.

Die 2000er Jahre sind von einem Rückgang der ursprünglich hohen Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein gekennzeichnet. Im Jahr 2005 hatte die Arbeitslosenquote noch einen Rekordwert von 11,6 Prozent erreicht, danach ging die Quote sukzessive bis zum aktuellen Rand des Jahres 2023 auf ein Niveau im 5 Prozent-Bereich zurück. Anfänglich sorgten die Hartz-Reformen für eine Belebung des Arbeitsmarkts, nach der Wirtschafts- und Finanzkrise schlugen sich die Aufschwungjahre in einer bis zur Corona-Krise sinkenden Arbeitslosigkeit nieder. Die Entwicklung auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt folgte dabei dem allgemeinen Deutschland-Trend. Der Anstieg der Arbeitslosenquote im ersten Corona-Jahr 2020 in Richtung 6 Prozent war nur von kurzer Dauer — hier wirkten Kurzarbeit und die allmähliche Wiederherstellung der Lieferketten dämpfend. Die Wachstumsschwäche der schleswig-holsteinischen Wirtschaft im Jahr 2023 spiegelt bisher sich nur verhalten auf dem Arbeitsmarkt wider, allerdings scheint mit den Industrie-, Corona-, Ukraine- und Energiekrisen der letzten Jahre der langanhaltende Abwärtstrend bei der Arbeitslosenquote, wie in Deutschland insgesamt, gebrochen zu sein.

Bei der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein muss zwischen den beiden Rechtskreisen differenziert werden: Der kleinere Anteil entfällt auf Bezieher von Arbeitslosengeld 1 im Rechtskreis SGB III, die häufig nur vorübergehend arbeitslos sind, aber wo sich Krisen zuerst niederschlagen, wenn keine Dämpfung über Kurzarbeit oder andere staatlichen Hilfen erfolgt. Hier ist die Quote über den Beobachtungszeitraum relativ konstant im 2-Pozent-Bereich geblieben, bis auf einen Corona-Ausschlag, der sich auch in der Gesamtarbeitslosenquote zeigt. Es dominiert weiterhin die Arbeitslosigkeit von Bürgergeldbeziehern im Rechtskreis SGB II (früher „Hartz IV“), die eher langfristiger Natur ist und größere Anstrengungen bei der Reintegration in den Arbeitsmarkt erfordert. Allerdings war bei diesem Teil der schleswig-holsteinischen Arbeitslosigkeit über die Jahre ein Rückgang aus dem 5-Prozent-Bereich in Richtung der 3 Prozent zu beobachten. Dieser Trend wurde durch die Krisen gebrochen, am aktuellen Rand ist eine Bewegung in den 4-Prozent-Bereich erkennbar.

Auf der Kreisebene zeigt sich am aktuellen Rand des Jahres 2023 eine breite Streuung der Arbeitslosigkeit von mehr als 8 bis unter 4 Prozent. Die höchsten Quoten weisen die vier kreisfreien Städte auf, in absoluten Zahlen ragen dabei die bevölkerungsreichen Städte Kiel und Lübeck hervor. Bei der absoluten Zahl der Arbeitslosen folgen die Kreise Pinneberg und Segeberg. Die Arbeitslosigkeit in Kiel, Lübeck und Neumünster ist in besonderen Maß von der langfristen SGB II-Arbeitslosigkeit geprägt — mit einem Anteil von fast drei Vierteln —, was eine besondere Herausforderung darstellt. Aber auch in den anderen Kreisen erschwert der hohe Anteil SGB II-Arbeitsloser die Mobilisierung für den ersten Arbeitsmarkt. Wenn im Fall der vier kreisfreien Städte die weiter gefasste Unterbeschäftigung betrachtet würde — also Arbeitslose und Personen in Maßnahmen der Arbeitsförderung — ergeben sich Unterbeschäftigungsquoten zwischen 10 und 11 Prozent.

 

Der Tourismus in Schleswig-Holstein war von der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit hart getroffen. Im ersten Corona-Jahr 2020 summierten sich die Verluste auf fast 20 Prozent der Übernachtungen im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 auf. Die zeitweisen Lockerungen sorgten wenigstens für eine Verlustbegrenzung, insbesondere in der Hauptreisezeit. Auch im zweiten Corona-Jahr 2021 gab es Übernachtungsverluste, die sich bis zum Ende des Jahres immer noch auf 10 Prozent summierten. Die Öffnungspolitik der Landesregierung führte damit allerdings zu geringeren Verlusten als im Jahr zuvor. Hingegen stand das Jahr 2022 deutlich im Zeichen der Erholung von der Pandemie. Ohne wesentliche Einschränkungen konnte erstmals wieder das wichtige Ostergeschäft realisiert werden und über den gesamten Jahresverlauf bewegten sich die Übernachtungszahlen über dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019, sodass am Jahresende ein Zuwachs von mehr als 4 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 verbucht werden konnte. Mit einem nochmals höheren Zuwachs schloss das Jahr 2023 ab, jedoch trug die Herbstsaison wiederum nicht zu diesem Zuwachs bei — eine gleichmäßigere Auslastung der Kapazitäten über das Jahr hinweg ist daher weiterhin nicht zu beobachten.

Schleswig-Holstein gehört zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern zu den beiden Bundesländern mit der höchsten Tourismusintensität, so auch am aktuellen Rand des Jahrs 2023 und während der Corona-Jahre. Schon im Jahr 2022 überstieg die Zahl der Übernachtungen mit 37,5 Millionen den Vor-Corona-Wert von 36 Millionen Übernachtungen deutlich. Im Jahr 2023 gab es nochmals eine Steigerung auf 38 Millionen Übernachtungen in Schleswig-Holstein.

 

Im Jahr 2023 waren die Niederlande und Belgien, gefolgt von den Vereinigten Staaten, die Haupthandelspartner Schleswig-Holsteins. Auf die 10 größten Zielländer für schleswig-holsteinische Exporte entfielen 63 Prozent des Gesamtexports. Die Struktur der Haupthandelspartner Schleswig-Holsteins weicht nicht grundlegend von der Struktur Deutschlands insgesamt ab. Doch es gibt Unterschiede: Der intensivere Handel mit dem Nachbarn Dänemark; der schwächer ausgeprägte Handel mit China; die hohe Volatilität aufgrund der schmalen Exportbasis infolge der Industrieschwäche des Landes. Branchenkonjunkturen und einzelne Großaufträge spiegeln sich in der Exportbilanz Schleswig-Holsteins unmittelbar wider, beispielsweise wenn U-Boote nach Singapur geliefert werden. Hinzu kommt der landesspezifische Industriemix mit einem relativ hohen Anteil der weniger exportorientierten Nahrungs- und Futtermittelbranche, einer kaum vorhandenen Automobilindustrie, die für Deutschland ein Exportmotor ist, und dann wieder das Vorhandensein von exportintensiven Branchen, wie der Pharmaindustrie oder der Medizintechnik.

Die Verdopplung der schleswig-holsteinischen Exportquote seit den 1990er Jahren auf mehr als 24 Prozent im Jahr 2023 ist Folge der Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, die auch in Schleswig-Holstein den Außenhandel prägt. Allerdings relativiert sich der Globalisierungserfolg des Landes durch den Vergleich mit der Exportentwicklung in Deutschland insgesamt. Hier fand auf einem wesentlich höheren Ausgangsniveau ebenfalls eine Verdoppelung statt. Die deutsche Exportquote stieg von etwa 20 auf fast 39 Prozent am aktuellen Rand. Allerdings bedeutet die Entwicklung am aktuellen Rand sowohl für Schleswig-Holstein als auch für Deutschland insgesamt einen Rückgang der Exportintensität.

 


Nordische Staaten

BIP:

Die gesamtwirtschaftliche Produktion ging in Schweden im vierten Quartal 2023 nochmals leicht -- um 0,1% -- zurück, das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im dritten Quartal in Folge. Im gesamten Jahr 2023 stagnierte die Wirtschaft im Vergelich zum Vorjahr. Für 2024 ist nur ein geringfügiger Anstieg zu erwarten, auch wenn sich die Produktion im Verlauf des Jahres wohl beleben wird.

Inflation:

Die Inflationsrate in Schweden setzte zuletzt ihren Abwärtstrend fort. Mit 4,1% erreichtes sie im März 2024 den niedrigsten Stand seit Januar 2022, war allerdings immer noch deutlich höher als das Inflationsziel von 2%.

ALQ:

Die Arbeitslosigkeit nimmt in Schweden seit dem Sommer 2022 in der Tendenz zu. Seither ist sie um 1,7 Prozentpunkte gestiegen. Im März 2024 erreichte sie mit 8,6% den höchsten Wert seit September 2021.

BIP:

Das norwegische Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal 2023 kräftig um 1,5% gegenüber dem Vorquartal. Der Anstieg folgte einer längeren Phase tendenziell rückläufiger Produktion; insgesamt wurde 2023 im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs der Produktion um 0,7% verzeichnet. Der Verlauf des norwegischen Bruttoinlandsprodukts wird stark durch die Schwankungen der Aktivität im Öl- und Gassektor geprägt. In der übrigen Wirtschaft ("Mainland GDP") ist die Produktion derzeit leicht aufwärtsgerichtet.

Inflation:

Der Rückgang der Inflationsrate in Norwegen vollzieht sich nur langsam. Mit 4,0% sank sie im März 2024 zwar merklich von reichlich 4,5% in den Monaten zuvor, liegt aber immer noch auf einem deutlich erhöhten Niveau.

ALQ:

Die Arbeitslosenquote in Norwegen erhöhte sich im März 2024 auf 4,0%. Sie steigt in der Tendenz seit einiger Zeit leicht an, ist im historischen Vergleich aber immer noch moderat.

 

 

BIP:

Die finnische Wirtschaft befindet sich in der Rezession. Im vierten Quartal 2023 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt erneut deutlich. Im gesamten Jahr 2023 wurde eine Abnahme der Wirtschaftsleistung um 1% verzeichnet. Für 2024 ist im Jahresdurchschnitt eine nochmaliger leichter Rückgang zu erwarten, bei allerdings allmählich steigender Produktion im Verlauf.

Inflation:

Die Inflationsrate in Finnland ist im vergangenen Jahr ausgehend von einem Höchststand von 9,1% (Dezember 2022) rasch gesunken. Im März 2024 ging sie nochmals spürbar zurück und lag mit 2,2% nur noch wenig über der Zielmarke der EZB von 2%.

ALQ:

Die Rezession hat am finnischen Arbeitsmarkt ihre Spuren hinterlassen. Die Arbeitslosenquote stieg seit Anfang 2023 stetig an und erhöhte sich im März 2024 auf 8,1%.

 

 

BIP:

 

Das Bruttoinlandsprodukt in Dänemark expandierte im vierten Quartal 2023 mit einer Rate von 2,6% gegenüber dem Vorquartal sehr kräftig. Im gesamten Jahr 2023 lag der Zuwachs in Dänemark mit 1,9% deutlich über dem Durchschnitt in der EU (0,7%). Für 2024 ist mit einem nochmals höheren Anstieg um 2,6% zu rechnen.

Inflation:

In Dänemark ist die Phase erhöhter Inflation ausgestanden. Seit dem September 2023 liegt die Inflationsrate wieder in einem Bereich, der mit Preisniveaustabilität vereinbar ist. Im März 2024 betrug die Inflationsrate 0,9%.

ALQ:

Die Arbeitslosigkeit in Dänemark ist historisch niedrig, auch wenn die Arbeitslosenquote von ihrem im Frühjahr 2022 verzeichneten Tiefpunkt von 2,1% leicht gestiegen ist. Seit September 2023 liegt sie konstant bei 2,5%.