Global China Conversations #17

Ideologie vor Wirtschaft: Vor welchen Herausforderungen stehen europäische Unternehmen in China?

26 Jan 2023

Thema

Mit Xi Jinpings Aufstieg an die Staatsspitze rückte die Ideologie der Kommunistischen Partei wieder ins Zentrum von Staat und Gesellschaft. Während die Reformära von pragmatischen Prinzipien, Dezentralisierung und Öffnung geleitet war, sind es nun Zentralisierung und politische sowie wirtschaftliche Isolation, die den Kurs bestimmen. Beobachter sprechen von einer Neo Maoistischen Wende in der chinesischen Politik, Xi Jinping und die Partei stehen im Zentrum der nationalen Verjüngung und des Chinesischen Traum. Diese von Ideologie bestimme Wirtschaftspolitik sorgt nicht erst seit dem Ausbruch der Pandemie verfolgten Null-Covid Strategie für Verunsicherung. Unternehmen sehen sich zusehends gezwungen, ihre China Aktivitäten zu reduzieren und zu isolieren.  

Vor diesem Hintergrund diskutieren wir zum Jahresbeginn folgende Fragen: Sind die Lockerungen der Null-Covid-Politik ein erster Schritt aus der Isolation? Was ist die neue Parteiideologie? Wie verändert sich die Kommunistische Partei und welche Rolle spielt Loyalität unter den Parteikadern? Wird China für deutsche und europäische Unternehmen wieder ein zuverlässiger und berechenbar Handelspartner werden? 

Programm

Die Veranstaltung besteht aus Impulsvorträgen der Sprechenden gefolgt von einer Diskussion. 

Die Global China Conversation #17 wird auf Deutsch abgehalten. 

Sprechende

Jörg Wuttke

Jörg Wuttke 

Jörg Wuttke ist Chefrepräsentant eines großen deutschen Dax-Konzerns in China. Er ist zudem Präsident der Europäischen Handelskammer in China – ein Amt, das er bereits von 2007 bis 2010 sowie von 2014 bis 2017 besetzt hatte. Wuttke ist Mitglied des Beratergremiums des Mercator Institute for China Studies (MERICS) in Berlin und lebt seit mehr als drei Jahrzehnten in Peking. 


Carolin Kautz 

Dr. Kautz studierte Sinologie und Politikwissenschaft in Göttingen und an der Beijing Foreign Studies University (BFSU). Nach Praxiserfahrungen bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und dem German Institute of Global and Area Studies (GIGA) begann sie ein Forschungsprojekt zu Parteidisziplin und Korruption in China an der Universität Göttingen, das sie mit einer Dissertation zur sozialen Identität der Partei und der Bedeutung der Ideologie für die Kommunistische Partei Chinas abschloss. Im Rahmen ihrer Dissertation absolvierte sie einen Forschungsaufenthalt an der University of Sydney. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Kommunistische Partei Chinas, Ideologiedebatten und die Legitimität politischer Herrschaft sowie deren Anfechtung. Außerdem interessiert sie sich für Außen- und Sicherheitspolitik und die innenpolitischen Einflussfaktoren hierauf. 


Moderation

Amelie Richter 

Amelie Richter ist Journalistin und Sinologin. Bei China.Table befasst sie sich vor allem mit den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik. Vor China.Table war Richter für die Deutsche Presse-Agentur in Australien, Mexiko und Straßburg im Einsatz. Sie lebt aktuell in Paris.