Wirtschaftspolitischer Beitrag

Euroraum: Gemeinsame Währung – Nationales Geld

Kiel Policy Briefs, 51

Die Geldpolitik des Eurosystems operiert seit über vier Jahren im Krisenmodus. Die Kieler Forscher Stefan Kooths und Björn van Roye warnen in ihrem Beitrag davor, dass ohne grundlegende Reformen des Eurosystems die Gefahr eines Zusammenbruchs des gemeinsamen Währungsraums von Monat zu Monat wächst. Symptomatisch für die bisherige Krisenpolitik sind die ausufernden Target2-Positionen der beteiligten nationalen Zentralbanken, die Zentralbankgeld zu unterschiedlichen Konditionen an Geschäftsbanken auf den national weitgehend segmentierten Finanzmärkten ausreichen. Die Autoren weisen darauf hin, dass im Ergebnis die Funktionstüchtigkeit des Kapitalmarktes massiv beschädigt und der Wettbewerb im Bankensektor verzerrt wird. Es kommt in großem Stil zu einer Risikoüberwälzung von den Anlegern auf die europäischen Steuerzahler. Abhilfe könnten eine tiefere monetäre Integration sowie eine Finanzmarktordnung für den Euro-Währungsraum schaffen, die den geordneten Marktaustritt insolventer Banken erlaubt.

Autoren

Björn van Roye

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