IfW Kiel in den Medien

Lieferketten: Stau auf dem Meer mit Folgen für den Handel

03.08.2022

Aus dem Interview

... Der Wissenschaftler Vincent Stamer erforscht am Institut für Weltwirtschaft in Kiel die Effizienz und Funktionalität von globalen Lieferketten. Welche Auswirkung hat der Stau auf den Weltmeeren auf die globalen Lieferketten? Was bedeutet es für die Menschen und Unternehmen, die direkt in dieser Lieferkette arbeiten?

NDR: Wie sieht es aktuell vor der Elbmündung aus, wie viele Containerschiffe stecken da im Moment noch fest?

Vincent Stamer: Wir befinden uns in der Elbmündung immer noch auf einem sehr hohen Stauniveau. Wir haben vor zwei Wochen erstmals die Anzahl von über 20 großen Containerschiffen erreicht, die dort warten. Seitdem hat sich die Lage kaum verändert.

Jetzt könnte man denken: 20 Schiffe, das ist ja nicht so viel. Warum hat das so gravierende Auswirkungen auf die Lieferketten?

Stamer: Die 20 Schiffe sind sehr große Containerschiffe. Es sind keine kleinen Schiffe, die Sie vielleicht von Binnengewässern kennen, sondern diese großen Containerschiffe können bis zu 24.000 Container transportieren. Und der große Teil des Handels Deutschlands mit dem Rest der Welt läuft eben über das Containerschiffnetzwerk ab.

Ist das wie der Stau im Suezkanal - nur 20 mal so schlimm?

Stamer: Bei der Suezkanal-Krise gab es eine enorme Unsicherheit, wann die Schiffe endlich wieder durchfahren können durch den Kanal. Das haben wir hier nicht, weil ja ständig auch Schiffe beispielsweise den Hamburger Hafen ansteuern können. Ja, es gibt einen Stau, aber es werden auch immer wieder Schiffe die Häfen anlaufen können. Deswegen ist es vielleicht nicht perfekt vergleichbar mit dem Suezkanal, aber es spielt schon in der gleichen Liga. ...

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