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Kommentar von Dr. Klaus-Jürgen Gern zum Referendum in der Türkei: „Die türkische Wirtschaft steht vor einer Zerreißprobe"

Medieninformation, 15. April 2017

Eine weitere Eskalation des politischen Konflikts zwischen der Türkei und der EU würde die türkische Wirtschaft erheblich belasten. Nach Jahren des Booms befindet sich das Land derzeit in einer Krise. Die Produktion steigt kaum noch, in den Monaten nach dem Putsch im Sommer letzten Jahres schrumpfte sie sogar deutlich. Die Arbeitslosigkeit lag im März mit 12,7 Prozent auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren, der Außenwert der türkischen Lira verfällt, die Inflation hat zweistellige Werte erreicht.

Die EU, und hier in überproportionalem Maße Deutschland, ist der wichtigste Handelspartner des Landes: rund 45 Prozent der Exporte gehen in die Union, knapp 40 Prozent werden von dort bezogen. Verglichen damit ist die wirtschaftliche Abhängigkeit der EU von der Türkei gering, auch wenn das Land noch vor Japan auf Platz fünf der wichtigsten Handelspartner steht. Lediglich 4,2 Prozent des gesamten Warenhandels der EU mit Ländern außerhalb der EU wurden mit der Türkei abgewickelt.

Unabhängig von ihrer Staatsform darf die Türkei jetzt die Einbindung in den europäischen Wirtschaftsraum nicht verspielen, bei der sie in den vergangenen 20 Jahren seit Abschluss des Vertrags über eine Zollunion mit der EU erhebliche Fortschritte gemacht hat. Das Land ist vor allem über Zwischenprodukte inzwischen in hohem Maße in die europäischen Wertschöpfungsketten eingebunden und in hohem Maße von Direktinvestitionen aus der EU abhängig.

Entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft der Türkei wird es sein, dass es der Politik gelingt, Vertrauen in die zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU zu schaffen, zumal Fortschritte in den EU-Beitrittsverhandlungen auf absehbare Zeit ausgeschlossen scheinen. Eine Chance hierzu bietet sich durch das Angebot der EU-Kommission, über eine Erweiterung der Zollunion zu verhandeln, die dann insbesondere auch den für die Türkei wichtigen Agrarsektor umfassen könnte."

Ein ausführlicherer Kommentar von Klaus-Jürgen Gern zur wirtschaftlichen Situation der Türkei ist im aktuellen Wirtschaftsdienst erschienen.

Fachlicher Ansprechpartner:

Dr. Klaus-Jürgen Gern
Prognosezentrum Institut für Weltwirtschaft
T +49 431 8814-262
klaus-jürgen.gern@ifw-kiel.de

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Tel. 0431/8814-774
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