Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
25.07.2017
>> Medien >> Medieninformationen >> 2017 >> Ein „Fachkräfte-Track“ für qualifizierte Geflüchtete auf dem Weg in den Arbeitsmarkt  
Medien
Folgen Sie uns auf...

facebook-logo  twitter-logo  youtube-logo  linkedin-logo  xing-logo

IfW Meinung
ifw_fokus.jpgStefan Kooths: Chinas Investoren – Keine Angst vor Fernost
KPB_DeckblattKlaus-Jürgen Gern, Ulrich Stolzenburg: Italien am Scheideweg
@kielinstitute

Twitter LogoKlicken Sie hier für unsere neuesten Tweets.

Zwei Klicks für mehr Datenschutz. Aktivieren Sie die Verbindung zu Twitter und lesen und kommentieren Sie die neuesten Tweets des IfW. Informationen zur Verwendung Ihrer Daten durch Twitter finden Sie unter http://twitter.com/privacy.

 
Artikelaktionen

Ein „Fachkräfte-Track“ für qualifizierte Geflüchtete auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

Gemeinsame Medieninformation, 10. Juli 2017

Für die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist eine unsichere Bleibeperspektive in Deutschland ein Haupthindernis. Die Unsicherheit hält insbesondere Unternehmen davon ab, in die Qualifizierung von Geflüchteten zu investieren. Daneben fehlt es bei den Unterstützungsmaßnahmen für Geflüchtete an Systematik und Verzahnung.

Dies sind wichtige Ergebnisse einer Studie, die das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen gemeinsam mit dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und dem SOKO Institut Bielefeld erarbeitet hat. Hierzu wurden qualitative Tiefeninterviews mit Geflüchteten, Betrieben, Mitarbeitenden der Jobcenter und weiteren Beteiligten geführt. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt.

Die Erfahrungen mit früheren Zuwanderungen zeigen, dass die Integration von Geflüchteten länger dauert als bei anderen Migrantinnen und Migranten, weil sich Geflüchtete ihr Zielland normaler­weise nicht nach ihren Arbeitsmarktchancen aussuchen können. Vor diesem Hintergrund sind die Hemmnisse für die Arbeitsmarktintegration ein zentrales Thema der Studie. Als individuelle Hemmnisse stehen unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache und überwiegend geringe berufliche Qualifikationen an erster Stelle. Strukturell bedingt sind die häufig unsichere Bleibeperspektive, das fehlende Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt und über mögliche Unterstützung beim Arbeitsmarktzugang. Begünstigend wirkt die hohe Motivation der Geflüchteten zur Integration in Ausbildung und Erwerbsarbeit, die insbesondere von den Unternehmen positiv hervorgehoben wird.

Sowohl auf Bundesebene als auch regional und lokal gibt es vielfältige Maßnahmen, Förderungen und Projekte, die die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt unterstützen sollen. Die Studie zeigt, dass es dabei häufig an Koordination und Verzahnung fehlt. Infolgedessen ist nicht klar, welche Förderung eine geflüchtete Person bereits durchlaufen hat, oder es kommt zu längeren Wartezeiten. Hier könnte die Einrichtung lokaler Clearingstellen helfen. Außerdem passen die Unterstützungsmaßnahmen und die Qualifikationen der Geflüchteten oft nicht zusammen. Daher finden sich Geflüchtete in Maßnahmen wieder, für die sie nicht die notwendigen sprachlichen Voraussetzungen mitbringen.

Zentral für die Integration von Geflüchteten ist, dass die Betriebe Praktika, Ausbildungsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten bereitstellen und Kompetenzerprobungen durchführen. Am Arbeitsplatz werden die Geflüchteten auch sozial integriert. Unterstützungsangebote für Betriebe stehen zur Verfügung, sind aber kleineren und mittleren Betrieben teilweise noch nicht ausreichend bekannt.

Die Studie gibt eine Reihe von Handlungsempfehlungen für die Politik. So sollte die Sicherheit des Aufenthalts bei nachgewiesenen Fortschritten in Richtung Arbeitsmarkt verbessert werden – wie bereits jetzt mit der „3+2-Regelung“ im Bereich der Ausbildung. Die Studie schlägt zudem einen „Fachkräfte-Track“ in den Arbeitsmarkt für diejenigen Geflüchteten vor, die bereits gute Qualifikationen haben oder eine Berufsausbildung absolvieren können und die daher eine gute Chance haben, in das Fachkräftesegment des Arbeitsmarktes zu gelangen. Im „Fachkräfte-Track“ sollen Maßnahmen zur Qualifizierung und Gewinnung von berufspraktischen Fähigkeiten in einer schnellen, systematischen und zielgerechten Abfolge eingesetzt werden. Aber auch bei allen übrigen Geflüchteten muss darauf hingearbeitet werden, dass sie dauerhaft aus dem Bezug von Transferleistungen herauskommen.

Literaturhinweis:

Die vollständige Studie kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden: http://www.iaw.edu/index.php/aktuelles

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Bernhard Boockmann
IAW Tübingen
Ob dem Himmelreich 1
72074 Tübingen
T +49 7071 9896-20
bernhard.boockmann@iaw.edu

Medienansprechpartnerin:
Melanie Radike

Medienanfragen
Tel. 0431/8814-774
Ansprechpartner

warlimont_q.jpg
Guido Warlimont
Leiter Zentrum Kommunikation
Tel. 0431/8814-629


rauck_q.jpg
Mathias Rauck

Sprecher
Tel. 0431/8814-411


radike_q.jpg
Melanie Radike
Sprecherin Migration
Tel. 0431/8814-329
melanie.radike@ifw-kiel.de


laaser_q.jpg
Dr. Claus-Friedrich Laaser
Sprecher
Tel. 0431/8814-463