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Logistikwirtschaft setzt Aufwärtstrend fort


Gemeinsame Medieninformation vom 12. Dezember 2016

     
IFW-Logo-2016-DE  Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel  
Bundesvereinigung Logistik
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Die konjunkturelle Dynamik in der deutschen Logistikwirtschaft bleibt aufwärts­gerichtet. Der vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Auftrag der Bundesver­einigung für Logistik (BVL) erstellte Logistik-Indikator zieht im vierten Quartal 2016 erneut an und liegt nun klar über dem langjährigen Durchschnittsniveau.

Das Gesamtklima in der Logistikwirtschaft hat sich gegenüber dem Vorquartal nochmals deutlich verbessert. Der Index stieg um weitere 9 auf nunmehr 137,7 Punkte. Vor allem die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich deutlich (Anstieg um 17 Zähler). Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate haben gegenüber dem Vorquartal dagegen nur wenig zugelegt. Dies geht aus der jüngsten Erhebung (Novemberbefragung) zum Logistik-Indikator hervor, den das Institut für Weltwirtschaft im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BLV) ermittelt. „Nach Brexit und US-Wahl stehen wichtige Wahlen in Kerneuropa an, deren Ergebnisse die Neigung zu Abschottung und Protektionismus verstärken können. Was daraus folgt, ist schwer zu prognostizieren“, sagte Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), zu den Ergebnissen der Befragungen.

Waren es im bisherigen Jahresverlauf vor allem die Logistikdienstleister, bei denen ein leichter Aufschwung erkennbar war, so tragen nunmehr beide Marktseiten zur Expansion bei. Die Klimaverbesserung bei den Logistikanwendern in Industrie und Handel fällt mit plus 13,4 Punkten deutlich aus. „Das Erwartungsbild für die nächsten 12 Monate hat sich auf Anwenderseite merklich aufgehellt. Insbesondere zeigt sich hier, dass der absehbare Bedarf für inländische ebenso wie grenzüberschreitende Leistungen höher ausfällt“, sagte Prof. Dr. Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Auf der Anbieterseite setzte sich die seit Jahres­beginn zu beobachtende Aufwärtsentwicklung mit gedämpftem Tempo fort (Anstieg um 4,6 Indexpunkte).

Drastische Verbesserung der Lageeinschätzung auf der Anbieterseite

Auf der Anbieterseite geht die Klimaverbesserung auf eine drastisch verbesserte Lageeinschätzung zurück (Anstieg um 21 auf 153 Punkte). „Die Verbesserung der Lage zieht sich durch alle Komponenten: Sowohl die Geschäfts- wie auch die Auftragslage verbesserten sich merklich, der Auftragseingang entwickelte sich vor allem im grenzüberschreitenden Geschäft deutlich besser als in den vorangegangenen Quartalen. Im Ergebnis zeigt sich die kraftvolle Logistikkonjunktur zum Jahresausklang an der deutlich höheren Kapazitätsauslastung“, so Kooths. Die Erwartungshaltung für die nächsten 12 Monate ist dagegen in allen Komponenten leicht rückläufig, nachdem sie allerdings im Vorquartal angezogen waren.

Logistikanwender: Aufwärtsentwicklung sowohl bei Lageeinschätzung als auch bei Erwartungen

Das Klima bei den Logistikanwendern in Industrie und Handel hat spürbar angezogen und liegt nun nach mehr als drei Jahren wieder klar oberhalb des langjährigen Durchschnittsniveaus. In der aktuellen Befragung zeigt sich eine deutliche Aufwärtsentwicklung sowohl bei der Lageeinschätzung (Anstieg um 12,6 Zähler) als auch bei den Erwartungen, die um 14,2 Punkte zulegen. Eine gestiegene höhere Nachfrage nach Logistikleistungen wurde zuletzt offenbar durch etwas besser ausgelastete eigene Kapazitäten bewältigt.

Entwicklung in der EU, China und USA am wichtigsten für Geschäftserfolg

In einer der beiden gestellten Sonderfragen ging es darum, welche Märkte den größten Einfluss auf die Logistikwirtschaft ausüben: Unangefochten ist die Entwicklung in der Europäischen Union für den Geschäftserfolg der Logistikbranche am wichtigsten. China und die USA werden von jeweils etwa 60 Prozent der Befragten genannt, gefolgt von Russland und dem Nahen bzw. Mittleren Osten mit jeweils etwa 30 Prozent. Die Einschätzungen zur Bedeutung bestimmter Regionen sind mit Ausnahme Russlands auf beiden Marktseiten allgemein sehr ähnlich. Die zweite Sonderfrage zielte auf die „Digitale Transformation“. Die durchschnittlichen Einschätzungen der Befragten signalisieren, dass beide Marktseiten den digitalisierungsbedingten Transformationsbedarf in der Logistikwirtschaft gleichermaßen hoch einschätzen.

Der Logistik-Indikator wird quartalsweise vom IfW im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik ermittelt.

Verlauf Gesamtindikator (Indexpunkte)

2016-Q4-LogistikIndikator-DE.png

Hintergrundinformation und Methodik | Daten als Excel-Datei

Ansprechpartner:

Dr. Stefan Kooths
Prognosezentrum
Institut für Weltwirtschaft
Tel. +49 (30) 2067 9664 (Büro Berlin)
Tel. +49 (431) 8814579 (Büro Kiel)

Ulrike Grünrock-Kern
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.
Tel. 0421 17 38 421
Gruenrock-Kern@bvl.de

______________________________
Der Logistik-Indikator wird vom Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. berechnet. Er basiert auf der quartalsweisen Expertenbefragung der jeweils 100 größten deutschen Unternehmen, für die Logistikleistungen als Anbieter (Logistikdienstleister) bzw. als Anwender in Industrie und Handel eine besondere Rolle spielen. Die Befragung läuft jeweils in der ersten Hälfte des mittleren Quartalsmonats. Das Fragendesign zielt auf die konjunkturelle Beurteilung der mit Logistikleistungen verbundenen ökonomischen Aktivitäten innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland ab. Sämtliche quartalsbezogenen Fragen beziehen sich auf eine jahreszeitlich übliche (um saisonale Effekte bereinigte) Einschätzung.

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