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Modelle mit Vertrauensarbeitszeit stärken Innovationskraft von Unternehmen

ifw_logo_small.jpg Medieninformation vom 19. Juni 2014


Wie können in Unternehmen mehr innovative Ideen entstehen? Einer Antwort auf diese für fast alle Firmen lebensnotwendige Frage sind Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ein Stück nähergekommen. Sie haben in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden, dass Arbeitszeitmodelle in Unternehmen eine wichtige Rolle spielen für die Innovationskraft. Insbesondere flexible Modelle, die auf eine so genannte Vertrauensarbeitszeit aufbauen, fördern den Erfindungsreichtum. Und das signifikant: Unternehmen mit Vertrauensarbeitszeit bringen zu 11 bis 14 Prozent mehr neue oder verbesserte Produkte auf den Markt als solche mit herkömmlichen Arbeitszeitregelungen, so das Ergebnis der Untersuchung.

Für die Studie „Vertrauensarbeitszeit und Produktverbesserungen” griffen die Kieler Wissenschaftler Olivier Godart, Holger Görg und Aoife Hanley auf Daten von rund 5000 deutschen Firmen aus Befragungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zurück. Sie verglichen für den Zeitraum zwischen 2006 und 2011, wie viele Innovationen deutsche Unternehmen hervorbringen, abhängig davon, ob in den Unternehmen eine Vertrauensarbeitszeitregelung existiert. In die empirische Analyse wurden nur jene Unternehmen einbezogen, die vor 2006 noch keine Vertrauensarbeitszeit eingeführt hatten.

Vertrauensarbeitszeit heißt in diesem Fall nicht nur flexible Arbeitszeiten, also beispielsweise frei wählbare Anfangs- und Endzeiten. Darüber hinausgehend ist es dem Mitarbeiter selbst überlassen wann und auch wo er arbeitet (zum Beispiel „home office“), und der Arbeitgeber traut seinen Angestellten dieses Selbstmanagement bewusst zu. In Unternehmen mit solchen Regeln lässt sich die höhere Innovationskraft nachweisen. Eine Kontrolle der Analyse mit lediglich flexiblen Arbeits­zeiten zeigt: Vertrauen ist der entscheidende Faktor.

„In Deutschland und in anderen Industrieländern läuft gerade eine lebhafte Debatte über die Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen mit flexiblen Vertrauensarbeitszeitmodellen einen Innovationsbonus einfahren“, sagt IfW-Wissenschaftler Holger Görg. In Deutschland ist der Anteil von Unternehmen mit Vertrauensarbeitszeitregeln in den vergangenen Jahren stark angestiegen und in fast der Hälfte aller Unternehmen gängig.

Motiviert wurde die Analyse durch neuere wissenschaftliche Literatur, die theoretisch zeigt, dass Vereinbarungen die auf Vertrauen basieren, sich in einem unsicheren Umfeld – dazu zählen auch Veränderungen in einem innovativen Prozess – besonders bewähren. Auch Literatur aus den Feldern Psychologie und Management zeigt, dass durch Vertrauen in die Angestellten Kreativität gefördert wird. Die IfW-Forscher wollten diese Hypothesen einem empirischen Test unterziehen.

„Neue Ideen entstehen offenbar, wenn organisatorische Hürden für Kreativität beseitigt werden. Beispiele für solche Hürden sind übermäßiger Zeitdruck und ausufernde Berichtspflichten. Unternehmen, die solche Hürden beseitigen, können innovativer sein“, sagt IfW-Forscherin Aoife Hanley. Flexible Arbeitsverhältnisse, die den Arbeitnehmer beispielsweise auch erlauben zu ungewöhnlichen Zeiten und von Zuhause zu arbeiten, fördern der Analyse zufolge Innovationen und Kreativität der Unternehmen.

Kieler Arbeitspapier 1913

Fachlicher Ansprechpartner: Prof. Holger Görg, Ph.D.

Medienansprechpartner: Guido Warlimont

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Tel. 0431/8814-774
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Guido Warlimont
Leiter Zentrum Kommunikation
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