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28.08.2016
 
 
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Armutsminderung und Entwicklung

Im Oktober 2015 hat die Staatengemeinschaft die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet, die die Millennium Development Goals (MDGs) ablösen und den Handlungsrahmen für die internationale Zusammenarbeit bis 2030 bilden sollen. Die SDGs gehen von einem umfassenderen Entwicklungskonzept als die MDGs aus, deren Hauptaugenmerk auf die Reduzierung der absoluten Armut gerichtet war.

Da immer noch mehr als 2 Milliarden Menschen von weniger als 3 Dollar pro Tag leben und immer noch ca. 800 Millionen Menschen chronisch unterernährt sind, bleibt die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel. Sie wird jetzt aber ergänzt durch ökologische Ziele – etwa der Schutz und die nachhaltige Nutzung knapper Ressourcen wie Wasser, Land und Wälder – sowie Wachstums-, Beschäftigungs- und Verteilungsziele. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Frieden und guter Regierungsführung für nachhaltige Entwicklung hervorgehoben.


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© Linda Kleemann

Vor diesem Hintergrund verfolgt der Forschungsbereich das Ziel, Wissen zu generieren, das für Entwicklungs- und Transformationsländer bei der Erarbeitung von Strategien zur Armutsreduzierung und nachhaltigen Entwicklung nützlich sein könnte. Die Forschung ist vorwiegend empirisch und beschäftigt sich in vier unterschiedlichen Themenbereichen mit globalen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit den SDGs stehen:

 

Determinanten und Wirkungen der Entwicklungshilfe


Es wird der Frage nachgegangen, ob und unter welchen Bedingungen globale Bemühungen zur Reduzierung der Armut durch Entwicklungshilfe erfolgreich sein können. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Wege beschritten. Erstens werden mögliche Komplementaritäten zwischen Entwicklungshilfe und anderen Politiken der Geber etwa in den Bereichen Handel, ausländische Direktinvestitionen und Migration analysiert. Zweitens wird untersucht, ob die Entwicklungshilfe effektiver sein könnte, wenn sie stärker auf Sektoren konzentriert wäre, die als Engpässe für nachhaltige Entwicklung identifiziert worden sind. Schließlich wird es mit der zunehmenden Verfügbarkeit geocodierter Daten möglich, verstärkt auf die regionale Verteilung und regionale Effekte der Entwicklungshilfe einzugehen und damit einige der Probleme von Länderquerschnittsanalysen zu vermeiden.

 

Globale Herausforderungen für ländliche Entwicklung


Im Mittelpunkt der Forschung steht die Wohlfahrt armer ländlicher Haushalte, die häufig einer großen Vulnerabilität unterliegen. Zu dieser Vulnerabilität tragen eine Reihe von Faktoren bei, etwa der Klimawandel, schwankende Weltmarktpreise und konkurrierende Ansprüche an knappe Ressourcen. Laufende Forschungsprojekte befassen sich mit der Land- und Wassernutzung. Analysiert werden die Auswirkungen großflächigen Landerwerbs durch internationale Investoren auf die lokale Landbevölkerung und die Herausforderung, im östlichen Einzugsgebiet des Nils Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung mit einer voranschreitenden Entwicklung der Energie- und Wasserwirtschaft in Einklang zu bringen.

 

Integration, Institutionen und Entwicklung


Unter Verwendung eines interdisziplinären Forschungsansatzes wird die politische Ökonomie der institutionellen und ökonomischen Entwicklung im Kontext regionaler und globaler Integration analysiert. Es wird davon ausgegangen, dass lokale Entwicklungen durch die internationalen Beziehungen eines Landes zu verschiedenen externen Mächten (z.B. die EU, Russland und China für die Länder im postsowjetischen Raum) sowie durch seine regionale und globale ökonomische Integration beeinflusst werden. Zurzeit wird der Einfluss konkurrierender regionaler Mächte auf institutionellen und politischen Wandel, der Einfluss von Parteipräferenzen auf die Formulierung makroökonomischer Politiken und die Entstehung regionaler Cluster in der Produktion und in den Wohlfahrtssystemen untersucht.

 

Migration und Entwicklung


Der Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen internationaler Arbeitsmigration auf die Wohlfahrt der Migranten, ihrer zurückgebliebenen Familienmitglieder und der breiteren Bevölkerung in den Herkunftsländern der Migranten. Dabei werden neben monetären auch nicht-monetäre Transmissionskanäle wie der Transfer von Werten berücksichtigt. Zunehmend wird die Interaktion zwischen Empfänger- und Herkunftsländern analysiert. Ein Beispiel stellt die Durchführung eines kontrollierten Experiments (randomized control trial; RCT) auf den Philippinen zur Verbesserung von Orientierungsseminaren für zukünftige Migranten dar. Dabei soll den Migranten die Integration in den Gastländern erleichtert werden, aber auch das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Rücküberweisungen nicht nur an Familienmitglieder sondern auch in kommunale Projekte fließen können. In einem neuen Projekt (Mercator Dialogue on Asylum and Migration) leisten wir evidenzbasierte Politikberatung und unterstützende Forschung zur Verbesserung des europäischen Immigrations- und Asylsystems.

 

conference 2009

Um die internationale Forschungszusammenarbeit und den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, unterhält unser Forschungsbereich das "Poverty Reduction, Equity, and Growth Network (PEGNet)".

 

 

Datensätze

In Zusammenarbeit mit IFPRI und anderen Institutionen auf der ganzen Welt ist PRED bei der Erstellung von Social Accounting Matrizen beteiligt. Die daraus resultierenden Datensätze liefern eine Fülle von Informationen auf nationaler Ebene, regionaler Ebene (agro-ökologische Zonen) und lokaler (Haushalts-) Ebene. Wir stellen diese Datensätze so weit wie möglich zur Nutzung für wissenschaftliche und politische Analysen zur Verfügung. Bitte beachten Sie dabei die Herkunft der Datensätze korrekt zu zitieren - Informationen über die Zitierweise sind in der beigefügten Dokumentation eines jeden Datensatzes enthalten.

SAM for Bolivia 2012
SAM for Mexico 2008
SAM for Yemen 2012

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The Team
Armutsminderung und Entwicklung
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(Sekretariat)
assoziiert:
Dr. Marcus Böhme
Prof. Dr. Lukas Menkhoff
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