Wirtschaftspolitischer Beitrag

Ursachen der deutschen Exportstärke: Zur Bedeutung von Vorleistungsimporten und nicht-preislicher Wettbewerbsfähigkeit

Monatsbericht des BMF, Oktober 2014: 19-27

Deutschland weist seit mehreren Jahren einen anhaltenden Leistungsbilanzüberschuss auf. Leistungsbilanzungleichgewichte sind oftmals Ausdruck unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit. Gerade Deutschland wird häufig vorgeworfen, seine Wettbewerbsfähigkeit mittels übermäßiger Lohnzurückhaltung gestärkt zu haben. Exporte und Leistungsbilanzen werden neben der preislichen Wettbewerbsfähigkeit jedoch auch (1) durch die Einbindung des Landes in globale Wertschöpfungsketten sowie (2) durch Faktoren der nicht-preislichen Wettbewerbsfähigkeit (z.B. Produktqualität, exportrelevante Dienstleistungen) beeinflusst. Diese Studie zeigt, dass Verbesserungen in der preislichen Wettbewerbsfähigkeit (realer effektiver Wechselkurs) tatsächlich nur einen geringen Teil zum Exportzuwachs Deutschlands beigetragen haben (2,9% des gesamten Exportzuwachses). Hingegen hat die Erhöhung des Anteils ausländischer Wertschöpfung in den deutschen Exporten in erheblichem Umfang zum deutschen Exportzuwachs beigetragen (33%); vor allem die in den Exporten enthaltene Wertschöpfung aus den mittel- und osteuropäischen Ländern (15,7% des gesamten Exportzuwachses).

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