Wirtschaftspolitischer Beitrag

IfW-Krisencheck: Alles wieder gut in Griechenland?

Kieler Diskussionsbeiträge, 522/523

Die Autoren Klaus Schrader, David Benček und Claus-Friedrich Laaser gehen der Frage nach, ob das von der Politik in letzter Zeit vermittelte Bild eines wirtschaftlich genesenden Griechenlands, das auch bei den Reformen „geliefert“ hätte, der Realität entspricht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die wirtschaftliche Entwicklung nur wenig Anlass zur Hoffnung gibt und viele Reformbaustellen noch nicht abgearbeitet wurden. In Griechenland fehlt aufgrund des über Jahrzehnte verschleppten Strukturwandels nach wie vor ein neues, tragfähiges Geschäftsmodell, das den Niedergang des Landes beenden könnte. Sie empfehlen, dass der Reformdruck auf das Land uneingeschränkt aufrecht erhalten und der Reformprozess professionalisiert werden sollte. Die Autoren sehen einen weiteren, stark konditionierten Schuldenschnitt als unvermeidbar an, sie lehnen aber eine Dauerrettung, die zu einem dauerhaften Transfermechanismus führen könnte, ab.