Wirtschaftspolitischer Beitrag

Die baltischen Handelsbeziehungen mit Russland: Pfadabhängigkeiten trotz EU-Integration?

Universität Tartu (Hrsg.), Estnische Gespräche über Wirtschaftspolitik. Berlin und Tallinn.

Im Zuge der Ukraine-Krise hat Russland als Vergeltung für Sanktionen westlicher Industriestaaten gegen russische Unternehmen und Privatpersonen seinerseits Importverbote für eine Reihe von Gütern aus diesen Staaten verhängt. Zudem steht die russische Drohung im Raum, bei einer weiteren Eskalation auch den Export von Rohstoffen in diese Staaten einzuschränken. Vor diesem Hintergrund gehen die Autoren der Frage nach,  in welchem Ausmaß die EU-Mitlieder Estland, Lettland und Litauen von russischen Gegensanktionen betroffen wären und ob sie höhere Sanktionskosten als die anderen EU-Mitglieder zu tragen hätten. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf den baltischen Staaten, da diese vor ihrer wiedererlangten Unabhängigkeit in die intrasowjetische Arbeitsteilung integriert waren und daher ein größeres Erpressungspotential aufgrund von weiterhin wirkenden Pfadabhängigkeiten vermutet werden kann.