Wirtschaftspolitischer Beitrag

Dänemarks Weg aus der Arbeitslosigkeit: Vorbild für andere?

Autoren

  • Schrader
  • K.
Erscheinungsdatum

In den frühen neunziger Jahren erlebte Dänemark wie viele andere westeuropäische Länder einen starken Anstieg der Arbeitslosenquote und erreichte einen Höchststand von mehr als 10 Prozent im Jahr 1993. Aber im Gegensatz zur Entwicklung auf den europäischen Arbeitsmärkten sank die dänische Arbeitslosenquote bis 1998 um die Hälfte. Es wird untersucht, inwieweit die Arbeitsmarktreformen von 1993/94 zu dieser verbesserten Arbeitsmarktsituation beigetragen haben. Die Analyse konzentriert sich hauptsächlich auf den Beitrag der neuen aktiven arbeitsmarktpolitischen Instrumente und der Vorruhestandsregelungen. Es zeigt sich, dass die Arbeitslosenquote erheblich ansteigt, wenn sie durch die Auswirkungen der verschiedenen Programme auf die Arbeitslosenquote erweitert wird. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass die dänische Arbeitsmarktpolitik aufgrund des dominierenden Gewichts der Vorruhestandsregelungen und anderer Programmmerkmale die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den regulären Arbeitsmarkt nicht ausreichend fördert. Dennoch ist seit 1994 die registrierte Arbeitslosigkeit zurückgegangen, während die versteckte Arbeitslosigkeit absolut gesehen nur geringfügig gestiegen ist. Diese positive Entwicklung lässt sich durch Maßnahmen gegen den Missbrauch der Arbeitslosenversicherung und anderer Systeme der sozialen Sicherheit, einen stärker auf die Produktivität bezogenen Lohnfindungsprozess, liberale Arbeitsmarktgesetze, die Steuerreform von 1994 und die zunehmenden öffentlichen und privaten Investitionstätigkeiten erklären.

Experte IfW Kiel

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Schlagworte

  • Arbeitsmarktpolitik
  • Dänemark

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