Wirtschaftspolitischer Beitrag

Arbeitsmarktregulierung zur Flüchtlingsintegration

ifo Schnelldienst, 69(4): 39-42 Download

Ob die gesellschaftliche Integration der derzeit in Deutschland Schutz suchenden Flüchtlinge gelingt, hängt entscheidend davon ab, wie erfolgreich sie sich in den hiesigen Wirtschaftsprozess und insbesondere in den Arbeitsmarkt eingliedern können. Derzeit bieten sich für viele keine ermutigenden Perspektiven. Aufgrund langer Wartezeiten im Verfahrensablauf und regulatorischer Hürden bei der Arbeitsaufnahme sind sie monate- oder sogar jahrelang zu ökonomischer Untätigkeit gezwungen. Hohe Kosten in Form entgangener Wertschöpfung gehen dabei einher mit einem erheblichen Frustrationspotenzial. Die sozialstaatliche Arbeitsmarktregulierung in Deutschland ist tendenziell auf die Verhältnisse und Möglichkeiten der hiesigen Bevölkerung ausgerichtet. Der Zuzug einer großen Zahl an Flüchtlingen in kurzer Zeit stellt diese Regulierung vor neue Herausforderungen, weil die nun wirksamen ökonomischen Kräfte andernfalls eine Einwanderung in die Sozialsysteme zu bewirken drohen. Daher motiviert sich die Beschränkung der Zuwanderung auch aus der Existenz des Wohlfahrtsstaats.

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