Kommentar Industrieproduktion: „Erholung lässt auf sich warten“

07.02.2020

IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths kommentiert die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Produktion.

Prof. Dr. Stefan Kooths, Leiter Prognosezentrum: „Die Industrieproduktion hat sich mit einem deutlichen Einbruch aus dem Jahr 2019 verabschiedet. Nach den äußerst schwachen Dezemberwerten ergibt sich für das Schlussquartal ein Rückgang von über zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das ist nicht nur das sechste Minusquartal in Folge, sondern bislang auch der kräftigste Einbruch im gegenwärtigen Abschwung. Auch die Auftragseingänge, bei denen es zuvor Anzeichen für eine Stabilisierung gab, haben ihre Talfahrt beschleunigt fortgesetzt, wobei vor allem rückläufige Bestellungen aus dem übrigen Euroraum ins Kontor schlugen.

Die Rezessionskräfte haben damit die deutsche Industrie immer noch fest im Griff. Zwar waren die Inlandsaufträge im Dezember wieder aufwärts gerichtet, das schwache Auslandsgeschäft überwiegt aber deutlich. Auch wenn die Weltwirtschaft konjunkturell allmählich wieder festeren Tritt fassen dürfte, so drohen kurzfristig vor allem produktionsseitige Ausfälle in Folge der Corona-Epidemie. Damit dürfte auch die Erholung in der deutschen Industrie länger auf sich warten lassen und das BIP in Q1 2020 kaum mehr als stagnieren.“

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