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Keine technische Rezession: Deutsches BIP im vierten Quartal 2018 offenbar leicht gestiegen

31.01.2019

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im vierten Quartal 2018 um 0,1 Prozent gestiegen sein. Somit läge kein Befund einer technischen Rezession vor, wie mancherorts befürchtet. Darauf lässt die von Eurostat veröffentlichte vorläufige Schnellschätzung für die Wirtschaftsleistung im Euroraum im vierten Quartal 2018 schließen, in die auch bislang unveröffentlichte Daten zum deutschen BIP eingeflossen sind.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland dürfte nach einer aktuellen Berechnung von Forschern des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) im vierten Quartal 2018 um etwa 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. Das legt die heute veröffentlichte Schnellschätzung vom europäischen Statistikamt Eurostat nahe, der zufolge die Wirtschaftsleistung im Euroraum im dritten Quartal um 0,2 Prozent gestiegen ist. Die Schätzung basiert auf Angaben von 17 Mitgliedsstaaten, dabei sind auch bislang unveröffentlichte Daten zum deutschen BIP eingeflossen. Die endgültigen amtlichen Zahlen werden am 14. Februar vom Statistischen Bundesamt bekanntgegeben.

Bereits veröffentlichte preis- und saisonbereinigte Expansionsraten für Frankreich (+0,3 Prozent), Italien (-0,2 Prozent), Spanien (+0,7 Prozent), Belgien (+0,3 Prozent) und Österreich (+0,2 Prozent), die zusammen mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Euroraums ausmachen, lassen recht verlässliche Rückschlüsse auf die deutsche BIP-Entwicklung zu, so die IfW-Forscher. Unter der Annahme, dass für die Niederlande ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnet wurde, ergibt sich für das deutsche BIP ein Anstieg um etwa 0,1 Prozent. Damit hätte das deutsche BIP 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent zugelegt.

Als Ursache für die Schwächephase in der zweiten Jahreshälfte sehen die Forscher sowohl eine insgesamt geringere konjunkturelle Dynamik als auch Sonderfaktoren, das Niedrigwasser auf vielen Wasserstraßen und Probleme der Automobilindustrie bei der Umstellung auf den neuen PKW-Prüfstandard WLTP bremsten die Produktion.

„Die vergleichsweise mageren Zahlen sind aber noch kein Grund zur Sorge, denn sie lassen nicht eins zu eins auf die zugrundeliegende Konjunkturdynamik schließen. Diese ist durch den Bauboom und eine hohe Kaufkraft der Verbraucher trotz geopolitischer Dämpfer nach wie vor robust; die deutsche Wirtschaft operiert auch 2019 oberhalb der Normalauslastung. Eine solche Situation ist aber weder dauerhaft möglich noch wünschenswert. Daher ist ein Rückgang der hohen konjunkturellen Dynamik aus stabilitätspolitischer Sicht sogar zu begrüßen“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW Kiel.

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