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Deutsches BIP in Q3 offenbar gesunken

Transport of new cars wrapped in white foil

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland dürfte nach einer aktuellen Berechnung von Forschern des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) im dritten Quartal 2018 um etwa 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sein. Das legt die in dieser Woche veröffentlichte Schnellschätzung vom europäischen Statistikamt Eurostat nahe, der zufolge die Wirtschaftsleistung im Euroraum im dritten Quartal um 0,16 Prozent gestiegen ist. Diese basiert auf Angaben von 17 Mitgliedstaaten, dabei sind auch bislang unveröffentlichte Daten zum deutschen BIP eingeflossen. Die amtlichen Zahlen werden am 14. November vom Statistischen Bundesamt bekannt gegeben.

Bereits veröffentlichte preis- und saisonbereinigte Expansionsraten für Frankreich (+0,4 Prozent), Italien (+0,0 Prozent), Spanien (+0,6 Prozent), Belgien (+0,4 Prozent) und Österreich (+0,4 Prozent), die zusammen mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Euroraums ausmachen, lassen recht verlässliche Rückschlüsse auf die deutsche BIP-Entwicklung zu, so die IfW-Forscher. Unter der Annahme, dass für die Niederlande ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnet wurde, ergibt sich für das deutsche BIP ein Rückgang um etwa 0,3 Prozent.

Ursächlich für den Rückgang der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal dürfte vor allem der seit September geltende neue Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) für Abgas- und Verbrauchswerte bei PKW sein. Deutsche Hersteller haben das neue Prüfverfahren nicht rechtzeitig für alle Fahrzeugtypen durchlaufen und mussten daher die Produktion im dritten Quartal drosseln. Darüber hinaus dürften auch Transportprobleme in der Binnenschifffahrt in Folge der niedrigen Pegelstände in den Flüssen die Produktion in anderen Wirtschaftsbereichen, etwa in der Chemieindustrie, behindert haben.

„Insgesamt dürfte damit das schwache dritte Quartal maßgeblich auf Sondereffekte zurückgehen und somit keine Rückschlüsse auf das konjunkturelle Grundmuster zulassen. Dieses dürfte ausweislich der hohen Auftragsbestände weiterhin aufwärtsgerichtet sein. Für das Schlussquartal rechnen wir daher mit einem deutlichen Wiederanziehen der Wirtschaftsleistung“, sagte Stefan Kooths, Leiter des IfW Prognosezentrums.