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Bernhard-Harms-Preis 2018 geht an Carmen Reinhart

09.10.2018

Die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Carmen Reinhart, Ph.D., erhält in diesem Jahr den mit 25.000 Euro dotierten Bernhard-Harms-Preis des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel). Sie ist Professorin für Internationale Finanzsysteme an der Harvard Universität und wurde vor allem mit ihren empirischen Studien zu Ursachen und Folgen von Finanzkrisen international bekannt. Reinhart zählt zu den meistzitierten Wirtschaftswissenschaftlern weltweit. Die Preisverleihung findet am 24. Oktober statt.

Carmen Reinhart, Professor of the International Financial System, Harvard Kennedy School

Carmen Reinhart prägt seit Jahrzehnten die öffentliche Debatte und die Forschungsagenda zu den Themen Staatsverschuldung, internationale Kapital- und Rohstoffmärkte und Schuldenkrisen. Sie hat maßgeblich zur empirischen Wende in der Volkswirtschaftslehre beigetragen. Bereits in den 1980er Jahren, als die makroökonomische Forschung fast ausschließlich theoretisch und mathematisch orientiert war, setzte sie auf evidenzbasierte und wirtschaftspolitisch relevante Forschung.

In ihren Studien trägt sie umfassende, historische Datensätze zusammen und nutzt diese, um wiederkehrende Muster zu erkennen. Reinhart liefert damit immer wieder wichtige Erkenntnisse zu Hinweisen auf bevorstehende Währungs-, Banken- und Staatsschuldenkrisen sowie zu deren Folgen und Bewältigung. Ihr Buch “This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly” (Deutsch: „Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen“), das sie 2009 gemeinsam mit Kenneth Rogoff veröffentlichte, ist eines der meistverkauften und einflussreichsten Bücher der Ökonomie und machte ihre Erkenntnisse über Finanzkrisen weltweit verständlich und zugänglich.

Zur Jurybegründung sagte Prof. Sonja Peterson, wissenschaftliche Geschäftsführerin am IfW Kiel: „Carmen Reinhart war ihrer Zeit immer wieder voraus und ist die wohl einflussreichste Frau der ökonomischen Forschung. Sie war eine der ersten, die die Risiken ausländischer Verschuldung und höherer US-Zinsen für Schwellenländer aufzeigte. Dieses Thema ist auch heute wieder hochrelevant. Ebenso warnte sie frühzeitig vor einer schweren Rezession in Folge der US-Finanzkrise. Reinhart ist es in ihrer Karriere immer wieder gelungen, Konzepte zu prägen, die als feststehende Begrifflichkeit in den wirtschaftswissenschaftlichen Standard-Kanon eingegangen sind, wie „Fear of Floating“, „Twin Crises“, „Debt Intolerance“ oder „Serial Default“. Auch deswegen zählt sie zu den meistzitierten Wirtschaftswissenschaftlern weltweit und ist die mit Abstand meistzitierte Forscherin des Fachs.“

Die Verleihung des Bernhard-Harms-Preises 2018 an Professorin Carmen Reinhart findet am 24. Oktober 2018 um 17 Uhr im Lesesaal der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), Düsternbrooker Weg 120, 24105 Kiel, statt.

Den von Carmen Reinhart aus diesem Anlass gehaltenen Forschungsvortrag übertragen wir gegen 17.15 Uhr live über unseren Facebook-Kanal https://www.facebook.com/kielinstitute.

Die Preisverleihung ist für geladene Gäste geöffnet, für Medienvertreter steht ein begrenztes Angebot an Plätzen zur Verfügung. Bitte melden Sie sich dafür frühzeitig unter E-Mail verschleiert. Bitte Javascript aktivieren. an.

Mit der Auszeichnung verknüpft ist ein Aufenthalt von Carmen Reinhart am IfW Kiel vom 22. bis 25. Oktober 2018. In dieser Zeit hält sie mehrere Vorlesungen beim IfW-Advanced Studies Programm.

Der Bernhard-Harms-Preis des Instituts für Weltwirtschaft wird seit 1964 alle zwei Jahre vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung ehrt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für außergewöhnliche weltwirtschaftliche Forschung oder Praktiker für eine herausragende Förderung weltwirtschaftlicher Beziehungen. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen die Ökonomen Marc Melitz (2016), Abhijit Banerjee (2014), Gene Grossman (2012), Raghuram Rajan (2010) und Kenneth Rogoff (2008). [Zur Webseite des Bernhard-Harms-Preises]

Bernhard Harms gründete 1914 das Institut für Weltwirtschaft – damals: Königliches Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft.

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