Medieninformation

Mario Monti: Zynische Politik David Camerons

22.06.2016

Mario Monti, ehem. italienischer Ministerpräsident und EU-Wettbewerbskommissar, hat in seiner Rede anlässlich der Auszeichnung mit dem Weltwirtschaftlichen Preis 2016 am Wochenende den britischen Premierminister David Cameron scharf kritisiert. Die Ankündigung eines EU-Referendums sei ein zynisches Manöver gewesen, das alleine dem Machterhalt Camerons in der Partei gedient habe.

Prof. Mario Monti, Präsident Luigi-Bocconi-Universität, ehem. ital. Ministerpräsident und Wettbewerbskommissar der EU:

„Bei allem Respekt und bei aller Sympathie, die man für David Cameron haben kann: Seine Ankündigung eines Referendums vor drei Jahren ist die Quintessenz einer zynischen politischen Entscheidung. Glaubt irgendjemand, das war im Interesse Europas? Oder auch im Interesse des Vereinigten Königreiches? Oder auch nur im Interesse seiner Partei? Nein, wir sind alle sicher, und waren es von Anfang an, dass dies nur dazu diente, die Führungsmacht in der Partei zu sichern und auszubauen. Und die Gefahr ist jetzt, dass eine historische Errungenschaft untergraben wird und dass dieses Manöver, auf das wir alle - wie ich finde - viel zu höflich reagierten, die Arbeit von Generation von Europäern zunichtemacht.“

Im Original:

“For all the respect and personal sympathy one might have for David Cameron: That has been a quintessential example of a cynical politic al decision three years ago, to call for the referendum. Can anybody believe, that that was then in the European interest? Or even in the national interest of the UK? Or even in the party interest of the conservative party? No, we are all certain and we were since the very beginning, that this was a way for a leader to secure a stronger leadership within his party. And the risk is now, that may undermine a historic construction and that that gesture, to which I believe we all submitted ourselves too politely - I was then the head of the Italian government - may undo the work of generations of Europeans.”

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