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Exzellenzinitiative gezielt weiterentwickeln

13.05.2016

Ein Forscherteam des IfW hat im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung untersucht, ob und wie Spitzenforschung in Deutschland gefördert werden sollte.

Universitäre Spitzenforschung zentral für die Innovationsfähigkeit Deutschlands

Exzellenzinitiative setzt an richtigen Hebeln an, muss aber weiterentwickelt werden

Leistungsabhängige Prämie für Anschluss an internationalen Forschungswettbewerb

Um Spitzenforschung in Deutschland effektiver zu fördern, sollte die bisherige Exzellenzinitiative gezielt weiterentwickelt werden. Im Exzellenzclusterwettbewerb erfolgreiche Universitäten sollten stärker als bisher auch in ihrer Gesamtheit von diesem Erfolg profitieren. Dazu sollte eine an den Erfolg im Exzellenzclusterwettbewerb gekoppelte Universitätsentwicklungsprämie (UniEP) eingeführt werden, die progressiv ausgelegt ist, so dass sie besonders erfolgreiche Forschungsuniversitä­ten zusätzlich belohnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Zukunft der Spitzenforschung in Deutschland, die die Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Dirk Christian Dohse, Leiter des Forschungsbereiches Wissensakkumulation und Wachstum, Frank Bickenbach, Robert Gold und Wan-Hsin Liu im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt haben und die jetzt veröffentlich wurde.

Exzellenzinitiative erfolgreich, aber mit Verbesserungspotenzial

Schon die bisherige Exzellenzinitiative werten die Forscher als Erfolg, da sie wettbewerbliche Anreize setzt, den Universitäten aber die Freiheit hinsichtlich Forschungsausrichtung und Profilbildung lässt. „Die UniEP setzt aber stärkere Anreize, in die strategische Weiterentwicklung forschungsstarker Bereiche der Universität zu investieren. Die UniEP belohnt damit den Willen zur Veränderung und stärkt somit die ursprüngliche Grundidee der Exzellenzinitiative“, so die Forscher. Ziel der Förderung von Spitzenforschung müsse es sein, die Dynamik der Anpassung des deutschen Universitätssystems an den internationalen Wettbewerb deutlich zu erhöhen. „Von diesem Erfolg würde dann die Gesamtheit der deutschen Universitäten profitieren.“

Überdies schlagen die Forscher vor, dass besonders erfolgreiche Forschungsuniversitäten die UniEP auch dafür zu nutzen, Forschungsgruppen an den Hochschulen, die bislang nicht den für einen Exzellenzcluster benötigten Umfang haben, zu vergrößern. „Auf diese Weise könnten Universitäten ihre Forschungsexzellenz auf weitere Bereiche ausdehnen, und die Schlagkraft der bisherigen Exzellenzinitiative würde erhöht“, heißt es in der Studie.

Staatliche Förderung schafft Grundlage für Hochtechnologiestandort Deutschland

Außerdem kommen die Forscher zu dem Schluss, dass nur durch staatliche Förderung ausreichende Investitionen in Grundlagenforschung und damit in die Erweiterung der Wissensbasis sichergestellt sind. „Privatwirtschaftliche Initiative allein vermag dies nicht zu leisten“, so die Studie. „Die Universitäre Spitzenforschung ist eine zentrale Determinante der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit moderner, hoch integrierter Volkswirtschaften. Ein Land, dessen wichtigste Ressource das Kapital in den Köpfen seiner Einwohner ist, ist daher gut beraten, in die Produktion neuen Wissens zu investieren.“

Eine reformierte Exzellenzinitiative ist geeignet, die Forschungsleistung des deutschen Hochschulsystems weiter zu verbessern. Damit schafft sie auch die Grundlage für eine weitere Verbesserung der Innovationsleistungen deutscher Unternehmen bis hin zu einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit des Hochtechnologiestandortes Deutschland, so das Fazit der Kieler Forscher.

Zur kompletten Studie: http://www.kas.de/wf/de/33.45159/

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