Medieninformation

Statement zur aktuellen Rede von EZB Präsident Mario Draghi am 20.11.2015

20.11.2015

Prof. Stefan Kooths, Leiter Prognosezentrum IfW: „Die aktuelle Phase stabiler Verbraucherpreise im Euroraum ist vor allem externen Einflüssen wie dem niedrigen Ölpreis geschuldet. Hinzu kommen die Nachwirkungen der Finanzkrise, die noch immer die Produktion dämpfen und die wirtschaftliche Erholung schwächen."

Daher bietet die derzeit geringe Inflationsrate wenig Anlass zur Sorge und erfordert keine zusätzlichen Maßnahmen der EZB, die ohnehin weitestgehend ins Leere laufen. Eine schwerfällige Konjunktur ist typisch für den Nachgang einer Finanzkrise. Wären die wirtschaftlichen Probleme im Euroraum monetärer Natur, hätte sie die Liquiditätsschwemme der EZB bereits längst bereinigen müssen. Wie eine aktuelle Analyse aus unserem Institut zeigt, wirkt eine ultra-expansive Geldpolitik in der jetzigen Phase kaum belebend. Stattdessen droht das über Jahre künstlich herabgedrückte Zinsniveau neue Verzerrungen hervorzurufen und ist daher mit erheblichen Risiken verbunden.“

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