Medieninformation

Logistik-Indikator im ersten Quartal 2015:

23.03.2015

Steigende Zuversicht in der deutschen Logistikwirtschaft – Geschäftsaussichten mit positiver Tendenz – Bewertung der aktuellen Geschäftslage auf hohem Niveau leicht rückläufig – Normale Kapazitätsauslastung in der Branche

„Das Konjunkturklima in der deutschen Logistikwirtschaft hat sich aufgehellt“, so das Fazit von Prof. Dr. Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, zur aktuellen Konjunkturerhebung in der Logistikbranche. Der Jahresauftakt sei in der Lageeinschätzung zwar leicht gedämpft, aber bereits zum Frühjahr werde mit einer positiven Geschäftstendenz gerechnet. Die Entwicklung auf Jahresfrist werde deutlich optimistischer eingeschätzt als noch vor drei Monaten. „Anhaltende Konsumfreude im Inland, niedrige Ölpreise und der schwächer werdende Euro, der das Exportgeschäft in Märkte außerhalb der Eurozone stärkt, beflügeln diese Entwicklung“, so Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL).

 

Steigender Optimismus

Der Gesamtindex legte leicht um 8,2 auf 128,7 Punkte zu und liegt damit wieder deutlicher über der neutralen 100er-Marke. Getrieben werde die Klimaaufhellung von optimistischeren Erwartungen für die kommenden 12 Monate. Die Stimmungsaufhellung schlage sich aber auch schon in der Einschätzung der kurzfristigen Geschäftstendenz nieder: Per Saldo rechne ein Viertel der Befragten Logistikexperten mit einer besseren Geschäftslage im Frühjahr, fast keiner mit einer Verschlechterung. Dies gelte sowohl für die Anbieter von Logistikdienstleistungen (Transportunternehmen), als auch für die Anwender (Industrie und Handel). Die Einschätzung der Marktlage für Logistikleistungen werde mittlerweile auf beiden Marktseiten sehr ähnlich gesehen: Während per Saldo 12 Prozent der Anbieter eine überdurchschnittliche Kapazitätsauslastung berichten, schätzen per Saldo 7 Prozent ihrer Kunden die im Markt verfügbare Logistikkapazität als knapp ein. „Dies spricht im Ergebnis für alles in allem normal ausgelastete Kapazitäten in der deutschen Logistikwirtschaft mit leichter Tendenz zur Anspannung“, so Kooths. Ein Befund, der sich mit der allgemeinen Konjunkturlage in Deutschland decke. Der Logistik-Indikator wird quartalsweise vom IfW im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. ermittelt.

Methodik | Daten als Excel-Datei

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Der Logistik-Indikator wird vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel für die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) berechnet. Konstruktionsgemäß kann der Indikator Werte zwischen 0 und 200 annehmen, wobei ein Wert von 100 eine konjunkturelle Normalsituation kennzeichnet (befriedigende und stabile Geschäfts- und Auftragslage mit normaler Kapazitätsauslastung).
Diese Kommentierung fußt auf der bislang absehbaren Entwicklung der erhobenen Befragungskomponenten. Die Verdichtung zu den vorgestellten Gesamt- und Teilindikatoren ist auf der bisherigen Datengrundlage nur als erste Rechnung möglich. Das dem Indikatorkonzept zugrunde liegende Fragedesign zielt bei quartalsbezogenen Angaben auf eine Einschätzung der jahreszeitlich üblichen (um saisonale Effekte bereinigten) Werte ab. Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass sich im Antwortverhalten noch Saisoneffekte niederschlagen. Diese können zukünftig (nach längerer Laufzeit des Indikators) statistisch herausgerechnet werden. Darüber hinaus sind zukünftig auch Untersuchungen zu den zeitlichen Vorlaufeigenschaften sowohl zur sektoralen als auch zur gesamtwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung möglich. Diese werden vom IfW durchgeführt, sobald die dazu notwendige Datengrundlage erreicht ist.

Experten

Ulrike Grünrock-Kern

Guest, Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.
T 0421 17 38 421