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Kommentar von Stefan Kooths zur Leitzinsentscheidung der FED am 16.12.2015

16.12.2015

„Eine heutige Zinserhöhung der FED war auch angesichts der US-Wirtschaftsdaten überfällig. Für den Ausstieg aus der ultraexpansiven Politik der letzten sechs Jahre wird es nie den „richtigen“ Zeitpunkt in dem Sinne geben, dass man ihn aus monatlich hereinkommenden Kurzfristindikatoren bestimmen könnte. Die Fed hat sich – wie andere große Zentralbanken auch – in ein völlig unbekanntes monetäres Gelände hineinmanövriert.

Mangels Erfahrungen gibt es keine erprobten Exit-Strategien. Die Zentralbanken stochern weitgehend im Nebel. Klar ist, dass sich im Zuge der Normalisierung des Zinsniveaus die Preisblasen an Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten zurückbilden werden. Bei diesem Prozess lauern erhebliche Gefahren eines sprunghaften Verlaufs, nicht zuletzt auch für die Devisenmärkte und die in US-Dollar verschuldeten Schwellenländer.

Es nützt aber nichts, aus Furcht davor den Ausstieg aus der ultraexpansiven Zentralbankgeldversorgung immer weiter hinauszuzögern. Je länger die künstlich niedrigen Zinsen bestehen bleiben, umso mehr Verzerrungen entstehen und desto schmerzhafter würde eine noch spätere Korrektur. Von einer Normalisierung ist die US-Geldpolitik aber auch nach einer Zinserhöhung heute immer noch meilenweit entfernt. Entscheidend wird jetzt sein, wann die Marktteilnehmer den nächsten Schritt erwarten.“

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