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Gesamter Euroraum profitiert von deutscher Exportstärke

09.02.2015

Die deutschen Exporte erreichten 2014 ein neues Rekordniveau, welches 2015 vermutlich erneut übertroffen wird. Zudem zeigen die neusten Zahlen, dass die Partnerländer im Euroraum zunehmend von der deutschen Exportstärke profitieren, meint Konjunkturexperte Dr. Nils Jannsen vom Institut für Welt­wirtschaft (IfW) in Kiel.

Dr. Nils Jannsen, Außenhandelsexperte im Prognosezentrum des IfW:

„Im Gesamtjahr 2014 hat der Euroraum als Abnehmerregion für deutsche Exporte weiter an Bedeutung verloren. Der Anteil der Lieferungen in den Euroraum an den gesamten Ausfuhren ist von knapp 37 Prozent auf 36,5 Prozent zurückgegangen. In den vergangen 10 Jahren ist der Anteil damit um mehr als 8 Prozentpunkte gesunken. Der Anteil der Importe aus dem Euroraum an den gesamten Einfuhren im Jahr 2014 das zweite Jahr in Folge von rund 38 Prozent auf 38,8 Prozent gestiegen. Die Partnerländer im Euroraum partizipieren damit zunehmend von der robusten deutschen Konjunktur. Eine weitere Abwertung des Euros würde diese Entwick­lungen weiter verstärken.

Insgesamt sind die deutschen Exporte seit Mitte des vergangenen Jahres in der Tendenz deutlich aufwärtsgerichtet. Dieser Trend dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen. So hat sich die Stimmung der deutschen Exporteure ebenso wie die Unternehmenszuversicht im Ausland weiter aufgehellt. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben zuletzt kräftig angezogen. Zudem dürften die Ausfuhren zunehmend von der jüngsten Abwertung des Euro stimuliert werden. Die Wirkung des Ölpreisrückgangs auf die deutschen Ausfuhren fällt zweigeteilt aus. Zwar dürfte die Konjunktur – und somit auch die Nachfrage nach deutschen Exportgütern – in wichtigen Abnehmerländern durch die niedrigen Ölpreise angeregt werden. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage nach deutschen Gütern in den erdölexportierenden Ländern kräftig zurückgehen (10 Prozent der deutschen Lieferungen gehen in die 15 größten erdölexportierenden Länder). Alles in allem dürften die Exporte im Jahr 2015 deutlich stärker zulegen als im Jahr 2014, sofern die Weltwirtschaft von weiteren Rückschlägen verschont bleibt.“

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