Wirtschaftspolitischer Beitrag

Zwei Jahre "Abenomics" in Japan

Wirtschaftsdienst, 2015, Nr. 2

Ein zentrales Ziel der im Dezember 2012 gewählten japanischen Regierung unter dem Ministerpräsidenten Abe ist es, die wirtschaftliche Dynamik nachhaltig zu verstärken und die langjährige deflationäre Tendenz zu brechen. Konkret soll das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP), das in den vergangenen beiden Jahrzehnten im Trend bei knapp 1% jährlich lag, im Zeitraum von 2013 bis 2022 auf 2% pro Jahr erhöht werden, die Inflationserwartungen sollen auf ein Niveau von 2% gebracht und dort stabilisiert werden. Zu diesem Zweck wurde ein wirtschaftspolitisches Programm entworfen, das in der Öffentlichkeit häufig als „Abenomics“ bezeichnet wird. Es umfasst eine massive Lockerung der Geldpolitik, eine „flexible“ Finanzpolitik, die mittelfristig den hoch defizitären Staatshaushalt konsolidieren, zunächst aber der Nachfrage Impulse geben sollte, sowie Strukturreformen zur Stärkung des mittelfristigen Wachstums und der För- derung der privaten Investitionen.