Wirtschaftspolitischer Beitrag

Mindestlohn: erste Anzeichen für Jobverluste

Wirtschaftsdienst, 2015, Nr. 6

Der Beschäftigungsaufbau hat sich seit Jahresbeginn spürbar verlangsamt. Während die Erwerbstätigkeit in den sechs Monaten vor Einführung des Mindestlohns durchschnittlich um 370 000 Personen über dem Vorjahresniveau lag, fiel zwischen Januar und April 2015 die Differenz Monat für Monat geringer aus und betrug zuletzt nur noch 210 000. Am auffälligsten veränderte sich die Dynamik bei der Gruppe der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten (sogenannte Minijobber). Die Zahl der Minijobber brach seit Jahresbeginn regelrecht ein (vgl. Abbildung 1). Im März betrug die Differenz zum Vorjahresmonat insgesamt -160 000 Personen. Dabei fiel der Rückgang in Ostdeutschland mit 7% spürbar stärker aus als in Westdeutschland mit knapp 3%.