Wirtschaftspolitischer Beitrag

Konjunktur in China: Quo vadis?

Wirtschaftsdienst, 95 (8): 575-576

Die chinesische Wirtschaft – in den vergangenen Jahren der wichtigste Wachstumsmotor der Weltwirtschaft – hat deutlich an Dynamik verloren. Wachstumsraten von mehr als 10% gehören bereits seit der globalen Finanzkrise 2008 der Vergangenheit an. Mit Hilfe einer expansiven Geldpolitik und umfangreichen staatlichen Ausgabenprogrammen gelang es der Regierung zwar zunächst, die Expansionsraten hoch zu halten. Dies führte allerdings zu einer enormen Zunahme der Verschuldung, Überkapazitäten in der Industrie und einer Überhitzung am Immobilienmarkt, die eine Konsolidierung erforderlich machen. Die Frage, ob dieser Anpassungsprozess graduell vonstatten geht („weiche Landung“) oder zu größeren Verwerfungen führt („harte Landung“) wird seit Längerem diskutiert und kann noch nicht endgültig beantwortet werden. Vieles spricht jedoch dafür, dass das Trendwachstum in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. Die jüngsten Kursverluste an Chinas Börsen haben zudem die Sorge gemehrt, dass es sogar zu einem konjunkturellen Einbruch kommt. Die aktuellen Indikatoren senden allerdings gemischte Signale.

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