Wirtschaftspolitischer Beitrag

Absatzrisiken deutscher Ausfuhren

Wirtschaftsdienst, 96 (6): 447-448

Im Jahr 2015 betrugen die Ausfuhren knapp 50% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland. Damit hat sich ihr Anteil in den vergangenen 20 Jahren in etwa verdoppelt. Mit der immer stärkeren Einbindung in den Welthandel und den damit verbundenen höheren Absatzchancen für deutsche Unternehmen ist die deutsche Konjunktur jedoch auch anfälliger für Schwankungen der Weltwirtschaft geworden. Zudem haben die weltwirtschaftlichen Risiken in den vergangenen Jahren zugenommen. Dies kam beispielsweise durch die Finanzkrise und die Krise des Euroraums zum Ausdruck. Zuletzt tendierten die Schwellenländer zur Schwäche und die Sorgen über die Stabilität erdölexportierender Länder nahmen mit dem Ölpreisverfall der vergangenen Jahre zu. In welchem Ausmaß Schwankungen der Weltwirtschaft über den Außenhandelskanal ein Risiko für die deutsche Konjunktur darstellen, wird auch durch die regionale Zusammensetzung der deutschen Ausfuhren determiniert. Insbesondere spielt dabei eine Rolle, wie stark die deutschen Absatzmärkte regional diversifiziert sind und wie volatil und gleichläufig die Konjunkturverläufe in den deutschen Absatzmärkten sind. Zur Abschätzung des regionalen Risikogehalts der deutschen Ausfuhren lassen sich verschiedene Indikatoren heranziehen.