Konjunkturbericht

Mittelfristprojektion: Gesamtwirtschaftliche Überauslastung nimmt zu

Kieler Konjunkturberichte Mittelfristprojektion, Nr. 30 (2017 | Q1)

Das Produktionspotenzial in Deutschland wird zwischen den Jahren 2017 bis 2021 im Durch­schnitt voraussichtlich um 1,4 Prozent wachsen. Damit würde das Potenzialwachstum geringfü­gig über den in den Jahren zuvor erzielten Ra­ten liegen. Einem stärkeren Wachstum steht der demogra­fische Wandel ent­gegen, der sich mehr und mehr bemerkbar macht. Da sich ältere Be­völke­rungsgruppen deutlich weniger stark am Ar­beitsmarkt engagieren, führt die Alterung der Bevölkerung dazu, dass dem Arbeitsmarkt we­niger Erwerbspersonen zur Verfügung stehen und in der Folge das Produktionspotenzial ge­ringer ausfällt. Dies ist ein Grund dafür, warum das Produk­tions­potenzial mit der lebhaften Ex­pansion des Bruttoinlandsprodukts nicht Schritt halten kann, für das wir im Durchschnitt mit einem jährlichen Zu­wachs von 1,7 Prozent zwi­schen den Jahren 2017 bis 2021 rechnen. Be­reits im laufenden Jahr dürfte die Kapazitäts­auslastung merklich über ihrem normalen Ni­veau liegen; dafür spricht neben der Schätzung der Produktionslücke auch eine Reihe von wei­teren Indikatoren. Vor diesem Hintergrund droht Deutschland in den kommenden Jahren eine Überhitzung.