Konjunkturbericht

Weltkonjunktur gewinnt vorerst nur wenig Schwung

Kieler Konjunkturberichte Welt, Nr. 21 (2016 | Q3)

Die Weltkonjunktur blieb bis zuletzt verhalten. Wäh­rend sich die Situation in den Schwellenländern stabilisierte, ließ die wirtschaftliche Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Verlauf des ersten Halbjahrs eher nach. In den kommenden beiden Jahren dürfte die Weltwirtschaft zwar allmäh­lich wieder an Fahrt gewinnen, doch ist ein kräftiger globaler Aufschwung nicht zu erwarten. Der Anstieg der Weltproduktion – gerechnet auf Basis von Kauf­kraftparitäten – wird mit 3,1 Prozent in diesem Jahr genauso schwach ausfallen wie 2015, für 2017 rech­nen wir gegenüber unserer Prognose vom Juni un­verändert mit einem Anstieg um 3,5 Prozent. Für 2018 erwarten wir eine weitere Beschleunigung der Expansion auf 3,7 Prozent. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften gehen zwar Anregungen von der weiter sehr expansiven Geldpolitik und zunehmend auch von der Finanzpolitik aus. Dem stehen aber strukturelle Hemmnisse entgegen und politische Unsicherheiten, die sich aus geopolitischen Span­nungen sowie zunehmenden isolationistischen und protektionistischen Tendenzen speisen, wie sie auch in dem Volksentscheid im Vereinigten Königreich für einen Austritt aus der EU zum Ausdruck kamen. Mit der Stabilisierung der Rohstoffpreise und der Festi­gung der Konjunktur in China haben sich die Aus­sichten für viele Schwellenländer aufgehellt. Die Erholung wird aber angesichts der geringen Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und viel­fach gravierender struktureller Probleme auch hier moderat ausfallen.