Konjunkturbericht

Weltkonjunktur expandiert allmählich etwas stärker

Kieler Konjunkturberichte Welt, Nr. 25 (2016 | Q4)

Die Weltwirtschaft hat die konjunkturelle Talsohle im Verlauf des Jahres 2016 durchschritten. Der An­stieg der Weltproduktion, gerechnet auf Basis von Kaufkraftparitäten, wird sich in den kommenden beiden Jahren auf 3,5 Prozent bzw. 3,6 Prozent erhöhen, nach 3,1 Prozent in diesem Jahr. Damit haben wir unsere Prognose vom September nicht nen­nenswert verändert. Der Aufschwung in den fortge­schrittenen Volkswirtschaften wird sich in leicht verstärktem Tempo fortsetzen. Anregend wirken die insgesamt weiter expansive Geldpolitik sowie zu­nehmend – und nicht zuletzt in den Verei­nigten Staaten – auch Impulse von der Finanzpolitik sowie eine allmähliche Beschleunigung des Lohn­anstiegs. Dem steht allerdings entgegen, dass die Kaufkraft nicht weiter durch sinkende Energiekosten erhöht wird. Einen deutlichen Anstieg des Ölpreises erwarten wir trotz des OPEC-Beschlusses zur Sen­kung der Förder­mengen nicht, da die angekündig­ten Produktionskürzungen voraussichtlich nicht in vol­lem Umfang umgesetzt werden und das Angebot am Ölmarkt noch geraume Zeit reichlich bleiben dürfte. Die wirtschaftliche Expansion in den Schwel­lenländern dürfte sich im Prognosezeitraum allmäh­lich beleben, aber angesichts weiterhin relativ nied­riger Rohstoffpreise und vielfach ungelöster struk­tureller Probleme keine große Dynamik entfal­ten.