Konjunkturbericht

Unsicherheit lastet nur kurz auf Expansionskräften

Kieler Konjunkturberichte Deutschland, Nr. 17 (2016 | Q1)

Die deutsche Konjunktur erweist sich in einem schwierigen internationalen Umfeld als robust. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,0 Prozent. Damit redu­zieren wir zwar unsere Prognose um 0,2 Prozent­punkte, vor allem weil die Aus­fuhren aufgrund der vorerst verhaltenen Expansion in wichtigen Abneh­merländern im Winterhalbjahr deut­lich zur Schwäche tendieren. Gleichwohl würde sich das Expansions­tempo noch einmal beschleunigen. Maßgeblich sind vor allem binnenwirtschaftliche Faktoren. So expan­diert der private Konsum im gesamten Prognosezeit­raum angetrieben von der günstigen Einkommens­entwicklung infolge des an­haltenden Aufwärtstrends auf dem Arbeitsmarkt mit sehr hohen Raten. Im lau­fenden Jahr erhält er abermals Impulse durch die niedrigen Ölpreise sowie staatliche Transfers und wird voraussichtlich so stark zulegen wie seit mehr als 15 Jahren nicht mehr. Aber auch die Investitionen dürften wieder Tritt fassen und zum zweiten Stand­bein des Aufschwungs werden. Vor allem die Bau­investitionen werden wohl aufgrund der ungemein günstigen Rahmenbedin­gun­gen deutlich rascher zu­legen als im Vorjahr. Im Ver­lauf des Jahres wird die Weltwirtschaft voraus­sicht­lich ihre Schwächephase nach und nach überwinden, so dass sich auch die Absatzmöglichkeiten für die deutschen Exporteure wieder verbessern. Für das Jahr 2017 rechnen wir mit einer weiteren Be­schleunigung der konjunkturel­len Dynamik und einem Anstieg des Brutto­inlands­produkts um 2,2 Pro­zent. Dafür spricht, dass die binnenwirtschaftlichen Expansionskräfte weiter hoch bleiben dürften, auch weil das monetäre Umfeld äußerst anregend bleibt und sich die Perspektiven für die Ausfuhren mit der Belebung der Weltwirtschaft verbessern.