Arbeitspapier

Weltwirtschaftliche Expansion ohne Schwung

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 543/544

Die weltwirtschaftliche Expansion ist im Verlauf des Jahres 2014 erneut ins Stocken geraten. Von einem Aufschwung, der von allen Regionen getragen wird, ist die Weltwirtschaft weit entfernt. Sie bleibt anfällig für Störungen, sei es durch geopolitische Entwicklungen, sei es durch Turbulenzen an den Finanzmärkten. Wir erwarten zwar, dass sich die Weltkonjunktur im kommenden Jahr festigt, die Dynamik wird aber wohl vorerst moderat bleiben. Getragen wird die Belebung vor allem von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den Vereinigten Staaten wird sich der Produktionsanstieg spürbar verstärken, und der Euroraum dürfte sich wieder aus der Stagnation lösen. Hingegen wird die Dynamik in den Schwellenländern auch im kommenden Jahr noch gedämpft sein. Zu den konjunkturellen Problemen kommt hinzu, dass sich die zugrunde liegende Wachstumsdynamik in den Schwellenländern offenbar abgeschwächt hat. Alles in allem rechnen wir mit einem Anstieg der Weltproduktion im laufenden Jahr um 3,2 Prozent, für 2015 erwarten wir einen Zuwachs um 3,7 Prozent. Damit haben wir unsere Erwartung im Vergleich zum Juni für dieses Jahr um 0,4 und für nächstes Jahr um 0,3 Prozentpunkte reduziert. Die Prognose könnte sich noch als zu optimistisch erweisen, insbesondere wenn die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen sollten.