Konjunkturbericht

Euroraum: Dämpfer für die Konjunktur

Kieler Konjunkturberichte Euroraum, KD 544 (2014|Q4)

Die  konjunkturelle  Erholung  im  Euroraum  gerät  zur  Jahresmitte  ins  Stocken.  Im  zweiten Quartal 2014 stagnierte das Bruttoinlandsprodukt   auf   dem   Niveau   des   Vorquartals.   Die  Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die   wirtschaftliche   Aktivität   in   der   zweiten  Jahreshälfte   2014   nur   geringfügig   zulegen   dürfte.   Erst   im   kommenden   Jahr   wird   die  Konjunktur  wohl  an  Fahrt  gewinnen.  Alles  in allem  wird  das  Bruttoinlandsprodukt  in  diesem  Jahr  voraussichtlich  um  0,7  Prozent  expandieren;  im  Jahr  2015  dürfte  der  Zuwachs 1,3    Prozent    betragen.    Der    Inflationsdruck   dürfte  über  den  gesamten Prognosezeitraum gering  bleiben.  Die  Verbraucherpreise  werden unserer  Einschätzung  nach  im  Jahr  2014  um 0,6 Prozent zulegen, und auch im Jahresdurchschnitt 2015 noch deutlich unter der 2-Prozent-Marke   liegen.   Die   Wahrscheinlichkeit   einer  Deflationsspirale  schätzen  wir  aber  nach  wie vor gering ein. Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich  im  Prognosezeitraum  weiter  entspannen. Aufgrund   der   nur   moderaten   Zunahme   der  wirtschaftlichen  Aktivität  dürfte  die  Arbeitslosenquote  allerdings  nur  wenig  zurückgehen. Nach  11,9  Prozent  im  Jahresdurschnitt  2013  wird   die   Arbeitslosenquote   in   diesem   Jahr  voraussichtlich  11,7  Prozent  betragen.  Im  Jahr 2015  dürften  durchschnittlich  11,3  Prozent  der Erwerbspersonen ohne Arbeit sein.

Autoren

Joachim Scheide
Tim Schwarzmüller