Arbeitspapier

Mittelfristprojektion für Deutschland: Hochkonjunktur bei mäßigem Potenzialwachstum

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 520/521

Das Produktionspotenzial der deutschen Volkswirtschaft dürfte in diesem und den kommenden vier Jahren nur mäßig wachsen. Zwar tragen ein zunehmender Kapitalbestand sowie eine in der Tendenz wieder zunehmend steigende Faktorproduktivität positiv zum Potenzialwachstum bei. Dem wirken jedoch sinkende  Wachstumsbeiträge des potenziellen Arbeitsvolumens entgegen. Die deutlich gestiegene Nettozuwanderung in den deutschen Arbeits-markt wird die Effekte der schrumpfenden und alternden Erwerbsbevölkerung kaum bremsen können. Insgesamt dürften die Produktionsmöglichkeiten jährlich nur um etwa 1,1 Prozent zunehmen. Gleichzeitig dürfte in der mittleren Frist die Auslastung der Produktionskapazitäten deutlich steigen. Angesichts einer sich all-mählich erholenden Weltwirtschaft und – wichtiger noch – eines extrem expansiven monetären Umfelds steht Deutschland ab dem nächsten Jahr an der Schwelle zur Hochkonjunktur. Im Zuge einer monetären Überhitzung drohen in Deutschland Stabilitätsrisiken, die sich insbesondere aus Übertreibungen im Zuge nicht nachhaltiger Investitionen ergeben können.