Arbeitspapier

Die Konjunktur im Euroraum belebt sich

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 526/527

Der Euroraum hat die Rezession überwunden. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt seit dem Winterhalbjahr 2011 schrumpfte, expandierte es im zweiten Quartal 2013 um 1,1 Prozent. Die Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass sich der Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte verfestigt. Allerdings dürfte das Tempo der wirtschaftlichen Erholung zunächst nur eine geringe Dynamik entfalten, weil die Strukturanpassungen in den Krisenländern noch im vollen Gange sind. Belebende Impulse werden zunächst wohl vornehmlich vom Außenhandel ausgehen. Erst für das kommende Jahr erwarten wir, dass die Binnennachfrage wieder etwas mehr zur Expansion des Bruttoinlandsprodukts beitragen wird. Nicht zuletzt auch, weil der Restriktionsgrad vonseiten der Finanzpolitik schwächer wird. Alles in allem dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion im laufenden Jahr um 0,4 Prozent sinken und im Jahr 2014 um 1,1 zunehmen. Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte sich in den kommenden Monaten noch weiter verlangsamen, sodass die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt bei 1,4 Prozent liegen wird. Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich im Zuge der nur moderaten konjunkturellen Erholung im Prognosezeitraum lediglich stabilisieren. Wir erwarten, dass sowohl im Jahr 2013 als auch im Jahr 2014 durchschnittlich 12,2 Prozent der Erwerbspersonen ohne Arbeit sein werden.

Autoren

Björn van Roye
Joachim Scheide
Tim Schwarzmüller