Arbeitspapier

Weltkonjunktur in unruhigem Fahrwasser

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 506/507

Die Weltkonjunktur befindet sich zur Jahresmitte wieder in einer Phase sehr verhaltener wirtschaftlicher Expansion; die Aufhellung der Perspektiven, zu der es gegen Ende 2011 und in den ersten Monaten des laufenden Jahres kam, war offenbar von kurzer Dauer. Belastungen gehen zurzeit insbesondere von der erneuten Zuspitzung der Staatsschuldenkrise im Euroraum aus. Für die Prognose unterstellen wir, dass sich die Anspannungen an den Finanzmärkten allmählich wieder verringern. Entlastend wirkt der spürbare Rückgang des Ölpreises. So haben wir unsere Prognose vom Frühjahr nur unwesentlich revidiert. Wir erwarten für das laufende Jahr nach wie vor eine Verlangsamung des Anstiegs der Weltproduktion auf 3,4 Prozent. Angesichts einer schwachen Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften – der Euroraum befindet sich sogar in der Rezession – hat sich auch die Dynamik in den Schwellenländern spürbar verringert. Im nächsten Jahr dürfte sich die weltwirtschaftliche Expansion wieder verstärken, bei einem Zuwachs von 3,8 Prozent (Märzprognose: 3,9 Prozent) bleibt sie aber moderat.

Autoren

Björn van Roye
Joachim Scheide
Tim Schwarzmüller