Arbeitspapier

Weltkonjunktur stockt

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 494/495

Die Aussichten für die Weltkonjunktur haben sich im Sommer 2011 weiter eingetrübt. Ein  Rückfall in eine Rezession ist zwar für die Weltwirtschaft insgesamt derzeit wenig wahrscheinlich. Für die fortgeschritten Volkswirtschaften rechnen wir allerdings infolge der erhöhten Unsicherheit, fortschreitender Konsolidierungsprozesse im privaten Sektor und der inzwischen eng begrenzten Möglichkeiten der Wirtschaftspolitik zur Stimulierung der Konjunktur damit, dass die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung in den kommenden Quartalen sinkt. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts in dieser Ländergruppe in diesem und im nächsten Jahr nur noch 1,6 bzw. 1,5 Prozent betragen. Die Inflation wird sich dabei deutlich verringern, die Arbeitslosigkeit hoch bleiben. Für die Weltproduktion insgesamt haben wir die Prognose ebenfalls deutlich von 4,5 Prozent im Juni auf aktuell 3,8 Prozent reduziert. Für 2012 erwarten wir eine weitere Abschwächung der Zuwachsrate des globalen Bruttoinlandsprodukts auf nur noch 3,5 Prozent (Juni-Prognose: 4,1 Prozent).

Autoren

Björn van Roye
Joachim Scheide