Arbeitspapier

Weltkonjunktur mit geringer Dynamik

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 498/499

Die Erholung der Weltkonjunktur ist im Jahr 2011 ins Stocken geraten. Zur Jahreswende steht die Weltwirtschaft unter dem Eindruck der Staatsschuldenkrise im Euroraum, Unsicherheiten über den Zustand des Finanzsektors, Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der finanzpolitischen Diskussion in den Vereinigten Staaten und einer überraschend schwachen Dynamik in den Schwellenländern. Für die Prognose ist angenommen, dass es noch einige Monate dauert, bis sich die Belastungen merklich verringern; eine Verschärfung der Vertrauenskrise ist jedoch nicht unterstellt. Unter diesen Voraussetzungen erwarten wir, dass die Produktion in den fortgeschrittenen  Volkswirtschaften im Winterhalbjahr 2011/12 nur sehr schwach expandieren und danach nur langsam an Fahrt gewinnen wird. Die Wirtschaft in den Schwellenländern wird durch die schwache Ausweitung der Nachfrage in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Prognosezeitraum zunächst weiter gebremst; sie wird aber dank wirtschaftspolitischer Anregungen im Verlauf des kommenden Jahres wieder auf einen Pfad rascherer Expansion einschwenken. Die Zunahme der Weltproduktion insgesamt dürfte sich im Jahr 2012 auf eine Rate von nur noch 3,4 Prozent verringern, nach voraussichtlich 3,8 Prozent im zu Ende gehenden Jahr. Für 2013 erwarten wir eine wieder etwas stärkere Zunahme des globalen Bruttoinlandsprodukts (4,0 Prozent).

Autoren

Björn van Roye
Joachim Scheide
Tim Schwarzmüller