Arbeitspapier

Deutsche Wirtschaft: Risiko einer Rezession bleibt hoch

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 498/499

Die Konjunktur in Deutschland gerät in eine Schwächephase. Die hohe Unsicherheit, die aus der Staatsschuldenkrise im Euroraum resultiert, wird sich zunehmend auf die Nachfrage der Haushalte und Unternehmen auswirken. Zudem dürften negative Impulse vom Außenhandel kommen, da die Produktion in wichtigen Handelspartnerländern im Euroraum zum Teil spürbar sinken dürfte. Jedoch wird die deutsche Wirtschaft nicht in eine Rezession geraten. Bereits im Sommerhalbjahr des kommenden Jahres dürfte die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen. Dies hängt aber wesentlich davon ab, ob sich – wie von uns in dieser Prognose angenommen – die Lage an den Finanzmärkten beruhigt und sich eine Lösung der Schuldenkrise im Euroraum abzeichnet. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2012 und 2013 um 0,5 bzw. 1,7 Prozent expandieren. Die konjunkturelle Schwäche dürfte keine größeren Bremsspuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Vielmehr wird die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt beider Jahre voraussichtlich weiter sinken.