Arbeitspapier

Der Euroraum rutscht in die Rezession

Kieler Diskussionsbeiträge, Nr. 494/495

Die Konjunktur im Euroraum hat sich jüngst merklich abgekühlt. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Produktion im zweiten Halbjahr 2011 sinkt. Die durch die mit der Schuldenkrise einhergehenden Finanzmarktturbulenzen sowie die intensivierten Konsolidierungsmaßnahmen dürften die Wirtschaft im Euroraum in eine Rezession bringen. Im Verlauf des Jahres 2012 wird die Produktion angesichts der expansiven Geldpolitik und zunehmender Auslandsnachfrage wohl wieder deutlich anziehen. Die Rezession dürfte die Schuldenkrise tendenziell verschärfen, da sie die Zweifel an der Schuldentragfähigkeit einzelner Mitgliedsländer verstärken dürfte. Wir gehen aber nicht davon aus, dass es zu einem unkontrollierten Zahlungsausfall eines Mitgliedslandes oder zum Zusammenbruch größerer Bankhäuser kommt. Sollte eines dieser Risiken eintreten, dürfte die Rezession spürbar tiefer werden.

Autoren

Björn van Roye
Joachim Scheide
Tim Schwarzmüller