Wirtschaftspolitischer Beitrag

Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung im Norden und Süden Deutschlands

Kieler Beiträge zur Wirtschaftspolitik, 20

Die Analyse zeigt, dass sich Unterschiede zwischen den norddeutschen Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie den süddeutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern bei der Wirtschaftsentwicklung nicht pauschal als ein Süd-Nord-Gefälle darstellen lassen. Aufgrund unterschiedlicher Wirtschaftsstrukturen gibt es auch im Norden selbst ein Wohlstands- und Entwicklungsgefälle. Generell konnte der Süden im größeren Maße als der Norden in den Jahren des Aufschwungs von der Dynamik des Verarbeitenden Gewerbes profitieren, das im Vergleich der Wirtschaftssektoren die höchsten Wachstumsraten aufwies. Die statistische Analyse sowie diverse Bundesländer-Rankings legen nahe, dass sich die Politik insbesondere in den ärmeren norddeutschen Bundesländern verstärkt um die Pflege und Weiterentwicklung industrieller Kerne mit attraktiv entlohnten Tätigkeiten in der Produktion und in Bereichen unternehmensbezogener Dienstleistungen bemühen sollte. Über eine verbesserte Infrastruktur sowie über schnelle und unbürokratische Entscheidungsprozesse könnte die Politik zur Überwindung von Strukturschwächen beitragen.