Wirtschaftspolitischer Beitrag

Iran in der Krise: Sanktionen und die Bewältigung von COVID-19

Kiel Policy Briefs, 137 Download

Der Iran gehört weltweit zu den am stärksten von COVID-19 betroffenen Ländern und gilt als Epizentrum für den Ausbruch im Nahen Osten. Die wachsende Fallzahl im Zusammenspiel mit der bereits angeschlagenen Wirtschaft setzt das iranische Gesundheitssystem zunehmend unter Druck. Die verzögerte Reaktion der iranischen Regierung auf den Ausbruch der Pandemie und das geringe Politikvertrauen der Bevölkerung in die Politik verschärfen die Krisensituation. Die Autorinnen zeigen in ihrem Beitrag, dass die weitreichenden Sanktionen, denen der Iran seit dem Ausstieg der USA aus dem Nuklear-Abkommen ausgesetzt ist, eine zügige Reaktion des Gesundheitssystems auf COVID-19 erschweren. Die Autorinnen empfehlen der Europäischen Union in ihrer Rolle als verantwortungsvoller „Global Player“, den Transfer von medizinischer Ausrüstung zu humanitären Zwecken in den Iran sicherstellen und die Kooperationsbemühungen im Zuge der Pandemie auf der Ebene multilateraler Institutionen zu stärken. Zudem sollte die EU bei der Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen den USA und dem Iran aktiv mitwirken.