Wirtschaftspolitischer Beitrag

Großbritannien verbessert seine Verhandlungsposition

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Mit dem avisierten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 bleibt Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen bestehen. In der Übergangsphase ab dem Austrittsdatum bleibt Großbritannien zwar im Europäischen Binnenmarkt und damit in einer Zollunion mit der EU, die Partner müssen aber in kürzester Zeit ein Freihandelsabkommen aushandeln. Ohne ein Abkommen würde eine Zollgrenze zwischen der EU und Großbritannien entstehen. Die Autoren zeigen, dass sich Großbritannien durch ein neues Zollregime eine starke Verhandlungsposition gegenüber der EU verschafft: Die Reduzierung der gewichteten Ad-Valorem-Zölle von 3,0 auf 1,2 Prozent sichert einerseits den Zugang zu Gütern und generiert andererseits dennoch Einnahmen in Höhe von 6,3 Mrd. Euro, wenn ein Abkommen mit der EU scheitern sollte. Bisher hat die EU 80 Prozent der Zölle auf britische Importe eingenommen, diese Einnahmen fallen in jedem Fall weg. Die geplante Nordirland-Lösung könnte zusätzliche Kosten verursachen.