Wirtschaftspolitischer Beitrag

Schrittweise zu einem umfassenden europäischen Emissionshandel

Kiel Policy Briefs, 127

Bei den deutschen Treibhausgasemissionen außerhalb des Europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) verlaufen Reduktionen schleppend, obwohl eine Vielzahl von Instrumenten und erhebliche finanzielle Mittel zur Anwendung kommen. Die Autoren empfehlen daher dem deutschen Klimakabinett, Maßnahmen zu beschließen, die den CO2-Preis über möglichst viele verschiedene Sektoren angleichen, und gleichzeitig die Voraussetzungen für ein umfassendes und damit effizientes EU-Emissionshandelssystem zu schaffen. Auf dem Weg dorthin sprechen sich die Autoren für ein duales Preissystem aus, indem ein nationales Emissionshandelssystem in den bisher noch nicht vom europäischen Emissionshandel erfassten Sektoren eingeführt wird, das nach festem Zeitplan mit dem bereits bestehenden Europäischen Emissionshandelssystem integriert wird. Dieser Schritt sollte mit einer Abkehr von dirigistischen Eingriffen, der Einführung von Mechanismen zur Gewährleistung von Preisuntergrenzen sowie der Umverteilung der Einnahmen begleitet werden. Um die Verlagerung von Emissionen zu verhindern, muss zusätzlich ein Grenzausgleich eingeführt werden, so dass gleichzeitig Anreize für internationale Anstrengungen gesetzt werden, CO2-Preissysteme einzuführen.