Wirtschaftspolitischer Beitrag

Italien an der Belastungsgrenze?

Kiel Policy Briefs, 118

Dieser Beitrag schreibt die gesamtstaatliche Zinslast für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien bis ins Jahr 2032 fort. Dazu wird die Fälligkeitsstruktur der gegenwärtig umlaufenden Anleihen berücksichtigt, die weitere Entwicklung makroökonomischer Größen wie der des Bruttoinlandsprodukts und der jährlichen Nettoneuverschul-dung wird abgeschätzt, und zudem werden verschiedene Szenarien für die zukünftige Zinshöhe, Zinsstruktur sowie die Risikoaufschläge entwickelt.  Italiens Staatsfinanzen verkraften demnach weder eine geldpolitische Normalisierung bei gleichbleibenden Spreads noch einen weiteren spürbaren Anstieg dieser Risikoaufschläge. Bei einer Eskalation der Krise erscheint es unwahrscheinlich, dass Italien auf Finanzhilfen aus dem Rettungsschirm zurückgreifen könnte. Unter steigendem Druck der Finanzmärkte dürfte die italienische Regierung gezwungen sein, von ihren Ausgabenplänen Abstand zu nehmen. Bei einem Kompromiss zwischen EU-Kommission und italienischer Regierung mit dem Ergebnis eines größeren Defizitspielraums könnten die Risikoaufschläge im Anschluss auch wieder zurückgehen.