Wirtschaftspolitischer Beitrag

Zwischen GREMAIN und GREXIT: Euroraum in der Bewährungskrise

Kiel Policy Briefs, 90

Die Autoren stellen fest, dass der Schlüssel für nachhaltigen Wohlstand in Griechenland im Aufbau von Institutionen liegt, die das unternehmerische Handeln befördern und Anreize für die Teilhabe der Bevölkerung am Wirtschaftsleben setzen. Wenn diese zentralen Voraussetzungen für Wohlstand und Wachstum nicht geschaffen werden, werden auch alle anderen Maßnahmen keine nachhaltige Besserung für die griechische Bevölkerung bringen können. Die Unterschiede zwischen den wirtschaftspolitischen Grundüberzeugungen der Gläubiger und der amtierenden griechischen Regierung sind unüberbrückbar, neue Reformprogramme würden aller Erfahrung nach an mangelnder Umsetzungsbereitschaft (Ownership) scheitern. Der Euroraum kann sich mit Bordmitteln vor dem nationalen Missbrauch der Notenpresse in Griechenland schützen und so das Gemeinschaftsinteresse an einer regelgebundenen Währung wahren. Ein Austritt Griechenlands ist auch im Falle eines Staatsbankrots nicht erforderlich. Bei einem Verbleib im Euroraum (GREMAIN) würde sich Griechenland dem wohl härtesten monetären Regime aussetzen. Eine ungeordnete Rückkehr zur Drachme (GREXIT) wäre jedoch ein riskantes Experiment, welches bereits an der Umsetzung scheitern könnte.

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