Journal Article

Saving Greece once again: Have we Reached the Root of the Crisis?

Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung, 84 (3)

Die Autoren analysieren die wirtschaftliche Entwicklung in Griechenland vor dem Hintergrund des dritten Rettungsprogramms. Sie zeigen, dass es Griechenland bisher weder gelungen ist, seine Strukturschwächen zu überwinden noch wachstumsstarke Exportindustrien zu entwickeln. Griechenlands Produktionsstrukturen spiegeln nach wie vor ein niedriges Niveau industrieller Entwicklung wider, seine Dienstleistungswirtschaft weist ein im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten nur unterdurchschnittliches Wachstum auf. Die Analyse zeigt ferner, dass ohne ausreichendes Wachstum die griechische Staatsschuld auf Dauer nicht tragbar sein wird. Nach Ansicht der Autoren kann eine Verringerung der Schuldenlast durch einen Schuldenschnitt oder eine Verlängerung der Laufzeiten jedoch nur eine ergänzende Maßnahme zu angebotsorientierten Strukturreformen sein. Die Reformagenda vom August 2015 sehen sie als geeignet an, auch wenn der Reformkatalog ein Déjà vu-Gefühl auslöst und ernsthafte Zweifel aufkommen lässt, dass griechische Politik und Verwaltung willens und in der Lage sind, ohne Hilfe und Druck von außen die einzelnen Reformen tatsächlich umzusetzen.